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Zukünfte Sozialer Citizenship.

Antragstellerin Dr. Catharina Peeck-Ho
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572003708
 
Das Ziel des wissenschaftlichen Netzwerks besteht darin, neue theoretische und empirische Perspektiven auf soziale Rechte zu entwickeln. Damit sollen Zukünfte sozialer Citizenship als zentrale Aspekte des globalen Wandels thematisiert werden. Im Zentrum steht das Feld Migration, da es die Beziehungen zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden sowie die damit verbundenen Machtverhältnisse widerspiegelt. Die Transformationen der Gesellschaft im Anthropozän sind geprägt von der Erkenntnis, dass der Mensch eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Planeten spielt. Gleichzeitig sind die Menschen von den verheerenden Folgen dieses Wandels überwältigt. Ulrich Becks Diagnose der Risikogesellschaft (2012 [1986]) und Zygmunt Baumanns Diagnose der „ambivalenten” und „flüssigen Moderne” (1991, 2000) haben auf die globalen Ausmaße dieser Problematik hingewiesen. Gerade im Bereich der Migration werden die damit verbundenen sozialen Herausforderungen und Problemlagen deutlich. Betrachtet man Citizenship als zentrales Prinzip zur Förderung von Solidarität in heutigen Gesellschaften, liegt es nahe, Dynamiken und Veränderungen innerstaatlicher (Brandzel, 2022) sowie globaler (Shachar, 2009) sozialer Ungleichheiten und deren Auswirkungen auf den Zugang von Migrant:innen zu sozialen Rechten stärker in den Fokus zu rücken. Dies beinhaltet auch eine Reflexion der Auswirkungen sozialer, wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen sowie der Nebenfolgen des Kapitalismus (u. a. Umweltzerstörung und Klimawandel). Während Staaten mit fortgeschrittenen Sozialsystemen die Folgen bis zu einem gewissen Grad abfedern können, erhalten ärmere Regionen der Welt oft keine angemessene Unterstützung. Von diesen Entwicklungen sind Migrant:innen besonders betroffen: Illegalisierte Personen müssen ihr Leben oft unter prekären Bedingungen organisieren, aber auch Menschen mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung besitzen oft nur eingeschränkt Zugang zu sozialen Rechten. Das Netzwerk diskutiert diese Ungleichheiten und die damit verbundenen Marginalisierungsprozesse. Es befasst sich auch mit dem sich wandelnden Zugang zu sozialen Rechten und den Auswirkungen migrationsfeindlicher Politiken. Wie können Staaten ein menschenwürdiges Leben und eine soziale Grundsicherung für Migrant:innen auf der Grundlage sozialer Rechte organisieren? Welche Akteure intervenieren, wenn staatliche Maßnahmen versagen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Netzwerks. Sie betreffen drei Bereiche: (a) die diskursiven Arenen, in denen soziale Rechte ausgehandelt werden (z. B. lokale Initiativen, nationale Diskurse und internationale Organisationen), (b) Akteure, die sich mit spezifischen Situationen der Ungleichheit befassen, und ihre Handlungsmodi (z. B. Zivilgesellschaft, staatliche Akteure und Migrant*innenorganisationen) sowie (c) die damit verbundenen Praktiken der Einforderung und Durchsetzung sozialer Rechte (z. B. Proteste, Bürgerbeteiligung, rechtliche und administrative Maßnahmen).
DFG-Verfahren Wissenschaftliche Netzwerke
Mitverantwortlich Professor Dr. Matthias Otten
 
 

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