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Die Rolle von IL-32 im Rahmen Typ 1 dominanter chronisch entzündlicher Hauterkrankungen
Antragsteller
Professor Felix Lauffer, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Dermatologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572006072
Die Gruppe der Typ 1 dominanten entzündlichen Hautkrankheiten ist charakterisiert durch eine nicht infektiöse zytotoxische Immunreaktion gegen Strukturbestandteile der Haut (Interface Dermatitis). Die Prototyp Erkrankung ist der Lichen planus. Betroffene Personen leiden an stigmatisierenden Hautläsionen, Schmerzen und Juckreiz. Bisher sind keine zielgerichteten Therapien für diese Erkrankungen verfügbar. In Vorarbeiten haben wir gezeigt, dass beim Lichen planus eine Typ 1 dominante Immunitätslage zu entzündlichem Zelltod von Keratinozyten führt, welcher die Aufrechterhaltung der Interface Dermatitis begünstigt. Basierend auf umfassenden RNA-Sequenzierungen von mehr als 500 Hautbiopsien entzündlicher Hauterkrankungen haben wir nach neuen Markern der Interface Dermatitis gesucht. Hierbei haben wir IL-32 als Gen identifiziert, deren Expression signifikant und exklusiv mit Typ1 dominanten Hauterkrankungen korreliert. Bisher wurde IL-32 bei dieser Erkrankungsgruppe weder beschrieben noch untersucht. Zudem ist die Biologie von IL-32 nur unvollständig verstanden. So wurden sowohl pro- als auch antiinflammatorische Effekte von IL-32 beschrieben. Des Weiteren ist es bis heute nicht bekannt über welchen Rezeptor bzw. Signalweg seine Effekte vollzieht. Da nur das Genom höher entwickelter Säugetiere und nicht das von Nagetieren für das IL-32 Gen kodiert, planen wir eine umfassende Untersuchung von IL-32 in den in unserem Labor gut etablierten humanen Modellen entzündlicher Hautkrankheiten. Hierbei sollen folgende Ziele verfolgt werden: 1. Die Effekte von IL-32 in der Interaktion zwischen residenten (Keratinozyten, Fibroblasten) und infiltrierenden Zellen (T Zellen) beim Lichen planus zu charakterisieren. 2. Den Signalweg von IL-32 mittels Knock-Out potenzieller Downstream Proteine und Integrine in humanen Keratinozyten zu untersuchen. 3. Die Effekte von IL-32 auf die metabolische Aktivität und den regulierten Zelltod von Haut- und Immunzellen zu analysieren. 4. Das therapeutische Potential einer IL-32 Blockade beim Lichen planus abzuschätzen. Sämtliche Untersuchungen erfolgen an primären human Zellen bzw. Hautbiopsien betroffener Personen, womit ein wesentlicher Unterschied zu den bisherigen Studien über IL-32, die vor allen an Zelllinien durchgeführt wurde, besteht. Die in diesem Forschungsprojekt gewonnen Erkenntnisse dienen sowohl dem Verständnis über die generelle Biologie von IL-32 als auch über die Funktion im Rahmen Typ1 dominanter Hauterkrankungen. Das translationale Ziel dieses Forschungsprojekt ist es zudem die bisher unzureichenden therapeutischen Möglichkeiten für diese Erkrankungsgruppe zu erweitern und so die Lebensqualität betroffener Personen zu verbessern.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
