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Ertragskundliche Sekundärproduktion in der Amazonas-Flussfahne und im tropischen Nordatlantik (HSP-Amazon)
Antragstellerin
Dr. Natalie Loick-Wilde
Fachliche Zuordnung
Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572105417
Die Menge der Zooplankton-Biomasse, die die Produktivität der Fischbestände und die Kohlenstoffbindung unterstützt, wird als Ertragskundliche Sekundärproduktion (engl. harvestable secondary production, HSP) bezeichnet. HSP ist ein wichtiger Aspekt des marinen Stickstoff-(N)-Kreislaufs und betrifft das Wachstum von Zooplankton auf der Grundlage der Primärproduktion, die N-Quellen von außerhalb der euphotischen Zone (z. B. durch Auftrieb, Einträgen aus Flüssen oder N2-Fixierung) gedüngt wird, auch Neue Produktion genannt. Derzeit gibt es keinen Ansatz zur direkten Quantifizierung des Zooplanktonwachstums, der auf die gesamte Zooplanktongemeinschaft angewandt werden kann, wie es bei der Primärproduktion der Ozeane der Fall ist. Aus diesem Grund ist die HSP der am wenigsten verstandene Prozess in biogeochemischen Modellen. Mehr als 50 Jahre nach der ersten Methode zur Quantifizierung der Neuen Produktion im Ozean ermöglichen jüngste Ergebnisse aus der Isotopenökologie nun erstmals eine empirische Quantifizierung der HSP auf Gemeinschaftsebene unter Verwendung des trophodynamischen Ansatzes. Dafür müssen drei Arten der Stickstoff-Isotopenanalyse miteinander kombiniert werden: a) natürliche Abundanzen und b) künstlich angereicherte Abundanzen von N-Isotopen im Gesamtstickstoff des Zooplanktons bzw. Phytoplanktons, sowie c) natürliche Abundanzen von N-Isotopen in proteinogenen Aminosäuren des Zooplanktons. Im HSP-Amazon Projekt wird dieser neue Ansatz erstmals systematisch verfolgt, um grundlegende Erkenntisse über die ertragskundliche Sekundärproduktion im Meer zu gewinnen. Hierfür wird die Amazonasfahne mit seinen Habitat-spezifischen Änderungen in den Neuen Stickstoffquellen und im N-Kreislauf als natürliches Labor genutzt.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
