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Republikanerinnen transnational: Die Verbreitung von Freiheitsideen im Zeitalter der Revolutionen
Antragsteller
Dr. Elias Buchetmann
Fachliche Zuordnung
Frühneuzeitliche Geschichte
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572330198
Dieses Projekt untersucht die transnationale Zirkulation republikanischer Ideen im Zeitalter der Revolutionen (ca. 1770er-1820er Jahre), mit besonderem Fokus auf die Rolle von Frauen in der Entwicklung und Verbreitung dieser Ideen. Es zielt darauf ab zu verstehen, wie Konzepte von Freiheit, Demokratie und Volkssouveränität nationale Grenzen überschritten, politische Bewegungen beeinflussten und entstehende Denktraditionen prägten. Zu diesem Zweck werden intellektuelle und politische Netzwerke analysiert, die die Verbreitung revolutionärer Ideen in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten ermöglichten. Mit einem Fokus auf weibliche Intellektuelle, Schriftstellerinnen und Aktivistinnen, und unter Rückgriff auf ein breites Spektrum an Quellenmaterial werden die Beiträge von radikalen Frauen beleuchtet, die in bisherigen Darstellungen dieser Epoche oft marginalisiert bleiben. Das Projekt untersucht, wie die republikanische Revolution Geschlechterrollen und -hierarchien zugleich herausforderte und festigte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie revolutionäre Diskurse über Freiheit und Gleichheit mit feministischen Forderungen und religiöser Kritik verflochten waren. Die zentrale Hypothese ist, dass die republikanische Revolution einen transformativen Moment in mehreren Dimensionen - politisch, feministisch und religiös - darstellte, zugleich jedoch bestehende geschlechtsspezifische, soziale und auf Rassevorstellungen basierende Hierarchien reproduzierte. Aus einer transnationalen und vergleichenden Perspektive heraus arbeitet das Projekt vorrangig mit Fallstudien aus dem deutschsprachigen Raum, wobei die republikanischen Netzwerke von Hamburg und Altona sowie Mainz und (im Exil) Neuchâtel in einen globalen Kontext gestellt werden. Durch die Rekonstruktion politischer Debatten und die Nachverfolgung der transnationalen Bewegung von Ideen im Zeitalter der Revolutionen leistet das Projekt einen originellen Beitrag zur Historiographie der Sattelzeit: Es beleuchtet die Entstehung sowohl des modernen politischen Denkens als auch moderner Geschlechterverhältnisse.
DFG-Verfahren
Emmy Noether-Nachwuchsgruppen
