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Evolution der ersten Dinosaurier und ihr Einfluss auf Laurasia
Antragsteller
Dr. Joep Schaeffer
Fachliche Zuordnung
Paläontologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572340957
Das Projekt „Evolution der ersten Dinosaurier und ihr Einfluss auf Laurasia“ dreht sich um das Verständnis der Diversität der ersten Dinosaurier Laurasiens, dem nördlichen Teil des Superkontinents Pangäa, bestehend aus Nordamerika, Europa und Asien. Traditionell wurde angenommen, dass Dinosaurier in Gondwana (Südamerika, Afrika, Indien, Antarktis und Australien) vor etwa 230 Millionen Jahren entstanden sind. Jüngste Funde lassen allerdings auf einen Ursprung in niedrigen Breitengraden und eine mögliche frühe Migration nach Laurasia schließen. Die ersten Dinosaurier, die in Laurasia ankamen und dort erfolgreich waren, waren nicht-sauropoden Sauropodomorphen, die frühen Vorfahren der bekannten riesigen langhalsigen Dinosaurier. Viele Details zu ihrer Anatomie, Diversität und ihren evolutionären Beziehungen sind jedoch noch unklar. Besonders die Diversität war im letzten Jahrhundert Gegenstand von Kontroversen, da früher viele Taxa aufgestellt und später synonymisiert wurden. Dies führte zu einer geringer erscheinenden Diversität in Laurasia im Vergleich zu Gondwana. Bei laurasischen Sauropodomorphen der Trias wird ein beträchtliches Maß an morphologischer Variation festgestellt. Diese lässt sich, selbst in als monotypisch eingestuften Fossilgemeinschaften, vermutlich nicht allein durch individuelle, sexuelle oder ontogenetische Unterschiede erklären. Dies deutet darauf hin, dass die tatsächliche Diversität wahrscheinlich viel größer war als bisher angenommen. Aus diesem Grund stellen wir die Hypothese auf, dass sich die sauropodomorphen Dinosaurier in Laurasia bereits im späten Trias stark diversifiziert hatten, ähnlich dem beobachteten Muster in Gondwana, und nicht erst im frühen Jura. Um dies zu überprüfen, wird eine auf specimen-based phylogenetische Analyse aller triassischen laurasischen Sauropodomorphen durchgeführt. In dieser Analyse werden die Exemplare von Plateosaurus eine zentrale Rolle spielen. Sie stellen den Großteil aller triassischen Sauropodomorphen aus Laurasia dar, zeigen eine große Variation zwischen den einzelnen Exemplaren/Individuen und werden derzeit fast alle einer einzigen Art zugeordnet: Plateosaurus trossingensis. Darauf folgt eine Morphospaceanalyse, um Muster anatomischer Variation im Vergleich zu den phylogenetischen Ergebnissen zu visualisieren und zu vergleichen. Abschließend wird Europas ältester bekannter Dinosaurier, Efraasia minor, dessen Fossilbericht aus einer großen Anzahl von Skelettfunden unterschiedlicher Größen und Morphologien besteht, osteologisch beschrieben und histologisch untersucht, um das ontogenetische Stadium aller Exemplare/Individuen zu bestimmen und zu klären, ob es sich um eine oder mehrere Arten handelt.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortliche
Dr. Nicole Klein; Professor Dr. Oliver Rauhut
