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Milieus, Generationen und politischer Wandel – Transformationen politischen Denkens im Neoliberalismus

Antragsteller Dr. Florian Buchmayr
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572502144
 
Politische Wandlungsprozesse werden in der Regel entweder auf Einstellungsveränderungen innerhalb bestimmter sozialer Gruppen zurückgeführt oder als das Ergebnis eines Generationenwandels angesehen. Während sozialstrukturelle Ansätze oftmals übersehen, dass politische Einstellungen nach ihrer Ausprägung in der Jugend relativ stabil bleiben, vernachlässigen generationstheoretische Ansätze die sozialen Ungleichheiten innerhalb von Geburtsjahrgängen und setzen vorschnell die Existenz kohärenter Generationen voraus. Aus diesem Grund verknüpft das geplante Forschungsprojekt ungleichheits- und generationstheoretische Konzepte miteinander und nimmt die politischen Orientierungen unterschiedlicher Milieugenerationen – also bestimmter Kohorten bestimmter sozialer Milieus – in den Blick. Dadurch kann nachvollzogen werden, wie sozialer Wandel innerhalb unterschiedlicher sozialer Gruppen verarbeitet wird und sich in bestimmten politischen Orientierungen niederschlägt. Im Zentrum der Analysen steht dabei der Paradigmenwechsel zum Neoliberalismus, der in drei Milieus, die sehr unterschiedlich von dieser Transformation betroffen sind, untersucht wird: der industriellen Arbeiterklasse (Personen, die körperlicher Arbeit im produzierenden Gewerbe nachgehen), der kulturellen Mittelklasse (Personen, die über viel kulturelles Kapital verfügen und in sozialen bzw. kulturellen Berufsfeldern arbeiten), sowie der ökonomischen Mittelklasse (Personen, die über viel ökonomisches Kapital verfügen und in wirtschaftsnahen Berufen arbeiten). Durch Gruppendiskussionen mit unterschiedlichen Kohorten dieser Gruppen soll untersucht werden, ob sich nachkommende Generationen innerhalb ihrer jeweiligen Milieus aufgrund anderer historischer Sozialisationsbedingungen in ihren politischen Orientierungen und ihrem Verhältnis zu Neoliberalisierungsprozessen von älteren Kohorten ihrer Milieus unterscheiden. Damit leistet das geplante Forschungsprojekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen sozialstrukturellem und politischem Wandel.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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