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An den Rändern der Eisenzeit Südostarabiens
Antragsteller
Dr. Conrad Schmidt
Fachliche Zuordnung
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572508476
Die Eisenzeit II (1100–600 v. Chr.) in Südostarabien zeichnet sich durch eine plötzliche Zunahme an Siedlungen aus. Sie brachte neue soziale Strukturen sowie administrative und religiöse Neuerungen, wie den Falaj, die Domestizierung des Kamels und einen neuen, weit verbreiteten Schlangenkult, hervor. Ebenso schnell wie die Gründung erfolgte die Aufgabe vieler Siedlungen am Ende der Eisenzeit II. Die Frühe Eisenzeit (EZI und II) in Oman ist weit weniger erforscht als in den Emiraten vor allem, was die Alluvialebenen im Süden Zentralomans am Übergang zur Wüste betrifft. Hier fehlen nicht nur grundlegende Informationen über die Anpassungen der Menschen an die extremen Umweltbedingungen, sondern auch über die Chronologie. Im Rahmen des Forschungsprojekts „An den Rändern der Eisenzeit Südostarabiens“ sollen die subsistenzwirtschaftlichen Grundlagen sowie andere Merkmale eines früheisenzeitlichen Fundplatzes in Zentraloman am südlichen Rand des Verbreitungsgebietes der Frühen Eisenzeit untersucht und mit Fundorten im Norden verglichen werden. Ziel des Projektes ist es nachzuverfolgen, wie sich die Gesellschaft an ihre Umwelt anpasste, die Verfügbarkeit von natürlichen Ressourcen und anthropogene Umweltveränderungen zu untersuchen sowie eine gemeinsame Chronologie für die gesamte Region zu erarbeiten. Gegenstand der Untersuchungen ist eine gut erhaltene Siedlung am Nordrand von Sinaw. Sie besteht aus mehreren Gebäudestrukturen mit teilweise mehr als zwei Meter hohen Ablagerungen. Die Ausgrabungen finden während dreier Feldkampagnen statt, zwei zur teilweisen Freilegung zweier Gebäude und eine für umfassende bodenkundliche Untersuchungen im unmittelbaren Umfeld der Siedlung, wo Gärten mit Bewässerungssystemen erwartet werden. Im Anschluss an die Dokumentation und Beschreibung der Bau- und Nutzungsphasen wird eine chronologische Auswertung vorgenommen, die vor allem eine genaue Untersuchung der Abfolge der stratifizierten Keramik und ihre absolute Datierung erfordert. Gegen Ende des Projektes soll im Rahmen eines Workshops die Keramikabfolge von Sinaw eingeordnet und die verschiedenen regionalen Chronologien aus dem Norden und Süden korreliert werden. Die zu erwartenden Ergebnisse des Projektes sind (1) detaillierte Einblicke in die Subsistenzstrategien und den Grad der Mobilität, die handwerkliche Spezialisierung, die Architektur und ihre häuslichen, öffentlichen, administrativen und kultischen Funktionen, den Zugang zu und die Nutzung von natürlichen Ressourcen, anthropogene Umweltveränderungen sowie die Teilnahme oder Nichtteilnahme am überregionalen Austausch in Zentraloman während der Frühen Eisenzeit zu erlangen, (2) zu einer gemeinsamen Chronologie für die Frühe Eisenzeit in Südostarabien beizutragen und Rückschlüsse auf gemeinsame und unterschiedliche regionale kulturelle Entwicklungen zu ziehen, sowie (3) Gründe für die plötzliche Zunahme und plötzliche Aufgabe zahlreicher früheisenzeitlicher Siedlungen in Oman und den VAE zu finden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
