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Neue Perspektiven auf Monster, Misch- und ‘Zwischenwesen’ im alten Vorderasien

Fachliche Zuordnung Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572510859
 
Das wissenschaftliche Netzwerk verfolgt das Ziel, die Erforschung hybrider Wesen des alten Mesopotamiens und benachbarter Regionen nachhaltig zu stärken und durch interdisziplinären Austausch zu vertiefen. Hybride Wesen – also Mischgestalten mit menschlichen und tierischen Merkmalen – sind zentrale Bestandteile altorientalischer Vorstellungswelten und finden sich sowohl in Textquellen als auch in bildlichen Darstellungen. Trotz zahlreicher Einzelforschungen, vor allem im Bereich der Dämonologie, fehlt es bislang an systematisch koordinierten, integrativen Forschungsansätzen. Das Netzwerk begegnet diesem Desiderat durch die Wiederbelebung relevanter Themenfelder innerhalb der assyriologischen und vorderasiatisch-archäologischen Forschung mit einem Schwerpunkt auf Definition, Klassifikation, Ursprung, Transformation und Wahrnehmung hybrider Wesen. Ergänzt wird dieser Zugang durch inhaltliche und methodische Impulse aus anderen Bereichen der Altertumswissenschaften sowie aus Anthropologie, Religionswissenschaft, Soziologie, Psychologie und Kunstgeschichte. Im Zentrum stehen drei thematisch strukturierte internationale Workshops, die archäologische und philologische Quellen gleichgewichtig behandeln. Die drei Hauptthemenbereiche – (1) Definition und Klassifikation, (2) Identifikation, Transfer und Transformation sowie (3) Ursprünge und Wahrnehmung – werden jeweils disziplinär und interdisziplinär diskutiert. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung neuer Fragestellungen und Ansätze für zukünftige Einzel- und Verbundprojekte. Das Netzwerk vereint zwölf feste Mitglieder aus der Archäologie und Altorientalistik sowie internationale Gäste aus benachbarten Fachdisziplinen. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden in einem wissenschaftlichen Sammelband, einem theoriebasierten Gemeinschaftsartikel sowie einer digitalen internen Wiki-Plattform dokumentiert. Letztere dient sowohl der strukturierten Erfassung bestehender Forschung als auch der Erprobung neuer Klassifikationen und Analysewerkzeuge. Das innovative Potenzial des Netzwerks liegt in der gezielten Verbindung von textlichen, bildlichen und materiellen Quellen mit kulturwissenschaftlichen Theorien. Hybride Wesen werden dabei nicht als Randerscheinung, sondern als zentrale Ausdrucksformen religiöser und gesellschaftlicher Ordnung verstanden. Durch den geplanten interdisziplinären Austausch trägt das Netzwerk zur Sichtbarmachung eines bislang zersplitterten Forschungsfeldes bei und schafft eine belastbare Grundlage für dessen zukünftige Weiterentwicklung.
DFG-Verfahren Wissenschaftliche Netzwerke
Mitverantwortlich(e) Dr. Geraldina Rozzi
 
 

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