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Sorgfältige Untersuchung fortgeschrittener CT- und Hyperthermie-unterstützter magnetischer Partikelbildgebung in medizinischen Anwendungen

Fachliche Zuordnung Medizinische Physik, Biomedizinische Technik
Hämatologie, Onkologie
Radiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572590843
 
Magnetic Particle Imaging (MPI) ist ein innovatives bildgebendes Verfahren, das in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht hat. Frühere Arbeiten konzentrierten sich auf die Entwicklung stabiler Geräteplattformen und legten damit die Basis für robuste, reproduzierbare Bildgebung. Diese technischen Grundlagen ermöglichen heute die gezielte Erforschung neuer klinischer Anwendungen mit hohem Transformationspotenzial für Diagnostik und Therapie. Vier aktuelle Entwicklungen verdeutlichen das wachsende Potenzial von MPI: 1. Multi-Kontrast-MPI nutzt Anregungen mit mehreren Frequenzen, um Eigenschaften magnetischer Nanopartikel (MNPs) in Echtzeit zu differenzieren. Dadurch lassen sich Informationen über thermisches Verhalten, molekulare Wechselwirkungen und zelluläre Umgebungen gewinnen. Dies ist wichtig z. B. zur Beurteilung von Gewebevitalität und Zellstatus. 2. Hyperthermie: MPI erlaubt die gezielte Erwärmung von MNPs zur lokalisierten Therapie, etwa für Wirkstofffreisetzung oder selektive Zellzerstörung. Die gleichzeitige Temperaturüberwachung ist ein Vorteil in der onkologischen Präzisionsmedizin, wo hohe räumliche und thermische Kontrolle erforderlich ist. 3. Multimodale Bildgebung: Die Kombination von MPI mit CT verbindet funktionelle und anatomische Bildgebung. Dies verbessert Diagnosen und unterstützt eine präzisere, individuell abgestimmte Therapieplanung in einer einzigen Untersuchung. 4. Translation auf menschliche Dimension: Erste MPI-Systeme zur Bildgebung von Extremitäten wie Bein und Kopf wurden entwickelt. Studien an menschlichen Kadavern und Primaten ebnen den Weg für erste klinische Anwendungen und markieren einen wichtigen Meilenstein in der Translation. Diese Forschungsinitiative zielt darauf ab, MPI für eine Vielzahl klinisch relevanter Erkrankungen zu validieren und weiterzuentwickeln, insbesondere bei entzündlichen, vaskulären und onkologischen Indikationen. Ziel ist die frühere Erkennung und präzisere Charakterisierung maligner Erkrankungen. Zentrale Rolle spielt die Funktionalisierung von MNPs, vor allem superparamagnetischer Eisenoxid-Nanopartikel (SPIONs), durch Antikörper- oder Zellkonjugation zur gezielten Bildgebung und Therapie. Dabei werden auch Biokompatibilität und mögliche Toxizität bewertet. Parallel dazu wird die Nutzung nativer Nanopartikel als Tracer weiter untersucht. Künstliche Intelligenz, modernste MPI-Hardware und neue Nanopartikel-Designs sollen Bildrekonstruktion und klinische Aussagekraft weiter verbessern. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von MPI bietet großes Potenzial für präzisere Diagnostik, personalisierte Therapien und Fortschritte in der medizinischen Forschung und klinischen Anwendung.
DFG-Verfahren Großgeräteinitiative
Großgeräte Device for MPI-CT-Hyperthermia
Gerätegruppe 3233 Nichtlineare Magnetpartikel Bildgebung, Magnetic Particle Imaging (MPI)
Antragstellende Institution Universität zu Lübeck
 
 

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