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Mission, Konversion und Martyrium an der Peripherie des Christentums: Die vielen Welten des Brun von Querfurt

Fachliche Zuordnung Mittelalterliche Geschichte
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572655540
 
Das Projekt "Mission, Konversion und Martyrium an der Peripherie des Christentums: Die vielen Welten des Brun von Querfurt" wird das wachsende und vielfältige Material umfassend nutzen, um die erste systematische Studie über das Leben, das Werk und die Heiligkeit des Brun von Querfurt (974-1009) zu erstellen. Es wird argumentiert, dass eine umfassende Analyse aller relevanten Quellen, insbesondere der Handschriften seiner Werke, einen neuen Zugang zu ihm ermöglichen wird. Das Projekt ist das erste seiner Art. Es setzt sich systematisch mit den Belegen und ihren Auswirkungen auf das Verständnis von Bruns Image und Nachleben auseinander. Dabei liefert es eine Erklärung dafür, wie diese bemerkenswerten Entwicklungen stattgefunden haben könnten. Die Forschungsgebiete lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Erforschung der Handschriften von Bruns Texten sowie die Analyse der Missionsmetaphorik und der Gestaltung der christlichen Landschaft bilden den Kern der Untersuchung. Darüber hinaus werden Bruns Martyrium an der Peripherie des Christentums, seine Heiligkeit und seine Erinnerung untersucht. Die ersten beiden Teile der Untersuchung widmen sich der Entstehung des „Erzbischofs für die Heiden”, dem Werkkorpus Bruns sowie den Kontroversen um dessen Autorschaft. Dabei wird das initiale Nebeneinander von Missionsgedanken und -praxis in Texten und Leben Bruns analysiert und die Bedeutung der religiösen Mission im mittelalterlichen Abendland sowie die Transformation dieses Konzepts unter sich wandelnden politischen Bedingungen untersucht. Im dritten Teil erfolgt eine Untersuchung von Bruns Imagenationen, einschließlich der Missionsmetaphorik und der Entstehung christlicher Mythen an der Peripherie des Christentums. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entstehung der Missionsmetaphorik in Bruns hagiographischen Texten sowie dem von ihm verwendeten Vokabular zur Darstellung von Mission und Konversion. Im vierten Teil werden Bruns Missionen und die Entstehung der christlichen Landschaft in Osteuropa analysiert, einschließlich seiner Rolle bei der heterogenen Bekehrung der frühen Rus’. Dabei werden traditionelle wissenschaftliche Mythen infrage gestellt, indem einige Ideen entwickelt und überprüft werden. So sollten Bruns Missionen in der Rus’ beispielsweise als eine Einheit untersucht werden und das spätere Große Schisma sollte nicht in die Vergangenheit projiziert werden. Der fünfte Teil widmet sich Bruns finalen Mission. Dabei werden insbesondere die Versionen, die Geografie und die Verbreitung des Wissens über seinen Tod im Europa des 11. Jahrhunderts analysiert. Der vorliegende Abschnitt untersucht den frühen Kult um Bruno von Querfurt, seine Verehrung sowie die verschiedenen Formen der Erinnerungstradition und die Transformation von Bildern im mittelalterlichen Europa.
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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