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Förderung sozialer Integration durch Lehrkraftfeedback in der Klasse (FLINK)

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572982305
 
Von sozialen Gruppen akzeptiert zu werden ist ein menschliches Grundbedürfnis und eine wichtige Voraussetzung für eine positive Lern- und Verhaltensentwicklung in der Schule. Soziale Ausgrenzung hingegen geht mit zahlreichen Risiken einher, wie schwache Schulleitungen, Schulabsentismus oder aggressives Verhalten. Auch wenn Ausmaß, Risikofaktoren und Folgen sozialer Ausgrenzung umfassend untersucht sind, fehlen bis heute evidenzbasierte Förderansätze. Das beantragte Arbeitsprogramm zielt auf diese Forschungslücke ab. Theoretische Grundlage ist die soziale Referenzierungstheorie. Demnach könnten sich Schüler*innen bei der Wahl ihrer Interaktionspartner*innen an öffentlichen Lehrkraftfeedbacks orientieren. Positives Lehrkraftfeedback würde die Chance auf eine gute soziale Integration erhöhen, negatives Lehrkraftfeedback würde sie reduzieren. In der Vergangenheit haben Experimental- und Feldstudien gezeigt, dass diese Annahme zutrifft. Unklar ist jedoch, wie durch eine bewusste Steuerung des Lehrkraftfeedbacks die soziale Integration von Schüler*innen verbessert werden könnte. In der geplanten Studie soll daher geprüft werden, ob Lehrkräfte die soziale Integration von schwach integrierten Schüler*innen durch eine gezielte Steigerung ihres positiven Feedbacks im Unterricht nachhaltig verbessern können. Hierfür soll ein quasiexperimentelles Experimental-Kontrollgruppendesign mit Prä-, Post-, und Follow-Up-Erhebung umgesetzt werden. Zielgruppe sind dritte und vierte Grundschulklassen. Zielschüler*innen innerhalb der Experimentalklassen sind jeweils zwei schwach sozial integrierte Jungen und Mädchen, die in der Wahrnehmung ihrer Mitschüler*innen wenig positives Lehrkraftfeedback erhalten. In den 15 Experimentalklassen erfolgt eine systematische Feedbackmanipulation über vier Wochen, während in den 15 Kontrollklassen der herkömmliche Unterricht stattfindet. Im Rahmen der Feedbackmanipulation spricht die Lehrkraft am Ende jeder Unterrichtsstunde gegenüber zwei Schüler*innen ein öffentliches positives Feedback aus, sodass an einem Tag mit fünf Unterrichtsstunden zehn zusätzliche Feedbacks vergeben werden. Mit Hilfe eines Implementationsplans wird sichergestellt, dass die Anzahl der positiven Feedbacks gegenüber den Zielschüler*innen im Vergleich zu ihren Mitschüler*innen schrittweise um den Faktor 2 erhöht wird. Ausgangsbasis für die korrekte Umsetzung der Manipulation ist eine vierstündige Lehrkraftfortbildung. Die Manipulationseffekte werden durch Mehrebenen-Regressionsanalysen (teilweise auf Dyadenebene) ausgewertet. Es wird angenommen, dass sich die soziale Integration der Zielschüler*innen an die soziale Integration ihrer Mitschüler*innen angleicht, während die Distanz zwischen den potentiellen Zielschüler*innen und ihren Mitschüler*innen in den Kontrollklassen gleichbleibt. Nach der Studie erhalten auch die Lehrkräfte der Kontrollgruppe Zugang zu den Materialien und partizipieren an den Fortbildungen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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