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Von den ersten Prinzipien. Eine axiologische Darstellung der Metaphysik von Fakhr ad-Dīn al-Rāzī

Fachliche Zuordnung Geschichte der Philosophie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573202892
 
Ziel des Projektes ist es, eine systematische und umfassende Studie der philosophischen Prinzipien von Fakhr al-Dîn Râzîs Metaphysik (gest. 1210) zu entwickeln. Râzî zählt zu den bedeutendsten Gelehrten der islamischen Geistesgeschichte. Seine Rolle zeigt sich sowohl in seiner Systematisierung der Ideen aller wichtigen Schulen vor ihm (Falsafa, Mu'tazilitischer und Aschʿaritischer Kalām), als auch in seinem weitreichenden Einfluss auf die spätere Tradition. Seine philosophische Bedeutung wird in seiner präzisen Argumentationsweise, seinen hohen Anforderungen an die Beweisführung und seinem Einsatz für radikale und originelle Positionen widergespiegelt. Der Forschungsschwerpunkt ist Râzîs allgemeine Metaphysik, einschließlich Theorien zu Existenz, Einheit, Wesens, Modalität, Kausalität, Substanz und Kategorien. Darüber hinaus wird auch Râzîs Logik, soweit diese für die Rekonstruktion seiner Erkenntnistheorie der Prinzipien erforderlich ist, untersucht. Die Forschung bedient sich vor allem einer textanalytischen Methodik: Ziel ist es, Râzîs Metaphysik zu untersuchen, um dessen theoretische Struktur, Verpflichtungen und Probleme zu verstehen. Historische und kontextuelle Überlegungen werden ergänzend und unterstützend herangezogen. Die Studie verfolgt einen prinzipienorientierten Ansatz: Es werden die wichtigsten Prinzipien von Râzîs Metaphysik herausgegriffen und anschließend die Herausforderungen, vor denen sie stehen, sowie die bemerkenswerten Folgerungen, die sich daraus ergeben, untersucht. Dieses Vorgehen verspricht, die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus der thematischen Breite und den zum Teil widersprüchlichen Positionen in Râzîs philosophischen Werken ergeben. Der Fokus auf Prinzipien ermöglicht es, die Rekonstruktion des Gedankenguts zu optimieren und erlaubt es, die philosophische Relevanz etwaiger Inkonsistenzen fundiert zu bewerten - beides ist essenziell für eine umfassende und systematische Darstellung von Râzîs Metaphysik. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Deutungshypothesen über die Natur von Râzîs Metaphysik geprüft. Die zentrale These des Projektleiters ist, dass Râzîs Metaphysik zwar einen systematischen Anspruch erstrebt, aber faktisch antinomisch bleibt: Die Entwicklung eines kohärenten Bildes der Realität durch die konsequente Anwendung einer Reihe von Prinzipien scheitert in mehreren Stellen an Widersprüchen zwischen diesen Prinzipien (Antinomien). Auch weitere Hypothesen anderer Wissenschaftler - etwa dass Râzîs Inkonsistenzen auf Konventionen verschiedener literarischer Gattungen beruhen - werden geprüft. Das Hauptergebnis des Projektes wird eine Monographie sein, die Râzîs allgemeine Metaphysik axiologisch untersucht. Begleitend werden auch drei Zeitschriftenaufsätze zu historischen Themen, die in der Monographie nicht vertieft behandelt werden (z.B. der Einfluss der Mu'taziliten auf Râzî), sowie eine Anthologie mit übersetzten Passagen aus Râzîs Hauptwerken zur Metaphysik und Erkenntnistheorie, entstehen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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