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Normative Konflikte: Normativer Monismus, Deliberation und die Rolle der Moral

Fachliche Zuordnung Praktische Philosophie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573268464
 
Normative Konflikte entstehen, wenn die Anweisungen verschiedener normativer Standpunkte oder Domänen (wie z.B. Moral und Klugheit) sich widersprechen. Dieses Projekt erforscht das Potential von, sowie die Argumente für, einen normativen Monismus. Dies ist die Position, dass die Konflikte zwischen Anweisungen verschiedener normativer Domänen, wie z.B. zwischen einem moralischen und einem prudentiellen ‚Sollen‘, von einem ‚alles-in-allem Sollen‘ entschieden werden können, dem sogenannten ‚Sollen simpliciter‘. Das Ziel des Projekts ist es, rein metanormative Überlegungen mit Fragen zu verbinden, die von normativer Ethik inspiriert sind, also von Fragen ‚erster Ordnung‘, indem in zwei Teilprojekten zwei Verteidigungen des normativen Monismus und ihre Kompatibilität untersucht wird. Die erste (rein metanormative) Verteidigung des normativen Monismus (Teilprojekt 1) entwickelt die Idee, dass das ‚Sollen simpliciter‘ das deliberative Sollen praktischer Überlegung ist, und verteidigt diese Idee gegen zentrale Einwände und ergänzt sie um eine These bezüglich der Unterscheidung zwischen autoritativer und formaler Normativität. Das zweite (frist-order-inspirierte) Teilprojekt (Teilprojekt II) geht von einem wohlfahrtsbasierten konsequentialistischen Verständnis der Moral aus, welches es zu einer Theorie der autoritativen Normativität und des Sollens simpliciter entwickelt, die dieses als konsequentialistisches moralisches Sollen versteht – welches dann mithilfe der Überlegungen von R.M. Hare auf die deliberative Perspektive in der praktischen Überlegung angewendet wird. Diese zwei Herangehensweisen könnten als völlig verschiedene Verteidigungen des normativen Monismus betrachtet werden. Stattdessen werden sie in diesem Projekt als erhellende Herausforderungen füreinander entwickelt und verglichen, da sie helfen können, die jeweiligen Schwächen der anderen Position aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Falls sie sich dennoch als kompatibel miteinander erweisen sollten (eventuell mit entsprechenden Anpassungen aneinander), ergibt sich die weitergehende Frage, ob und ggf. wie sie als Beleg oder Anwendung voneinander interpretiert werden können. Als Beispiel einer Herausforderung kann das deliberative Element von Hares utilitaristischer Ethik fungieren (Teilprojekt II), insofern es kontextuelle und nicht-ideale Merkmale der Deliberation betont, welche die deliberative Herangehensweise an den normativen Monismus aus Teilprojekt I berücksichtigen muss. Doch wenn die deliberative Strategie bezüglich der Verteidigung des normativen Monismus erfolgreich ist, könnte es ein Verständnis des in Teilprojekt II entwickelten metanormativ erweiterten Konsequentialismus geben, das ihn als attraktive Anwendung und zusätzliche Motivation für die deliberative monistische Verteidigung von Teilprojekt I versteht.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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