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Breitengrad und Entwicklungshilfe: Kartierung und Bewertung der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573271517
 
Dieses Projekt untersucht die Allokationsmuster und Entwicklungseffekte von Entwicklungshilfe in einer Welt mit einer Vielzahl von Gebern. Während traditionelle Geber, die an das OECD-Entwicklungshilfeausschuss (DAC) berichten, weiterhin eine dominante Rolle spielen, verändern aufstrebende Mächte wie China und Indien sowie private Akteure wie die Gates-Stiftung zunehmend die Landschaft der Entwicklungsfinanzierung. Gleichzeitig eröffnet die Verfügbarkeit fein aufgelöster, subnationaler Daten zu Projektstandorten und Entwicklungsergebnissen neue empirische Forschungsmöglichkeiten. Bestehende Datensätze sind jedoch in ihrer Abdeckung nicht-westlicher Geber begrenzt und oft nicht räumlich präzise genug, um lokale Wirkmechanismen von Entwicklungshilfe zu identifizieren. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist das Projekt in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil entwickelt einen umfassenden, projektbasierten Datensatz zur Entwicklungshilfe (GODAD), der sowohl nicht-DAC-Geber als auch private Stiftungen berücksichtigt und die räumliche Präzision der Geodaten verbessert. Die bestehende Pipeline zur Ortszuweisung wird mithilfe moderner Methoden der natürlichen Sprachverarbeitung (z. B. Named Entity Recognition und semantischer Ähnlichkeitsanalyse) weiterentwickelt. Diese Verfahren werden durch APIs (z. B. Google Maps, OpenStreetMap) und zusätzliche georäumliche Quellen unterstützt, um Genauigkeit und Abdeckung zu erhöhen. Ziel ist die Schaffung eines öffentlich zugänglichen Datensatzes als Forschungsinfrastruktur für Politik und Wissenschaft. Im zweiten Teil untersucht das Projekt zentrale Fragen zur Wirksamkeit von Entwicklungshilfe auf subnationaler Ebene. Im Fokus steht, ob und wie mehrere gleichzeitig in derselben Region tätige Geber die lokalen Entwicklungsergebnisse beeinflussen – etwa wirtschaftliche Aktivität, Vermögen oder Gewaltkonflikte. Eine zentrale Hypothese ist, dass die Wirksamkeit von Hilfe nicht nur durch deren Umfang oder Ausrichtung bestimmt wird, sondern auch durch den Geber selbst und dessen Umsetzung. Das Projekt beleuchtet daher die Rolle von Geber-Heterogenität – etwa hinsichtlich Zielsetzungen, Auflagen oder Strategien – bei der Wirkung von Projekten. Zur kausalen Analyse kombiniert das Projekt hochwertige Ergebnisdaten mit verschiedenen Methoden: Fixed-Effects-Modelle, 2SLS-Schätzungen unter Nutzung politischer Fragmentierung im Geberland als Instrument sowie raumbezogene Ansätze wie Differenz-von-Differenzen bei exogenen Förderkürzungen. Die hohe räumliche Auflösung erlaubt zudem Matching-Verfahren und die Analyse von Spillover- oder Sättigungseffekten durch überlappende Geberaktivitäten.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Italien, USA
 
 

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