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Comic Literacies – Kulturtechniken des Komischen
Antragstellerin
Dr. Roxanne Phillips
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573304787
Das geplante Netzwerk leistet die interdisziplinäre und bislang fehlende systematische Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Kulturtechniken, die das Komische speisen, und dem Komischen selbst als einer facettenreichen Kulturtechnik, die Kultur(en) entscheidend mitgestaltet. Ziel ist es, das Komische mithilfe des Kulturtechnikkonzepts historisch und praxeologisch so auszudifferenzieren, dass analytisch auf seine impliziten Wissensbestände zugegriffen werden kann. Dieses Wissen ist Teil von ‚comic literacies‘ – kulturspezifischen Wissensformationen, deren Kenntnis erlaubt, künstlerische Darstellungen, aber auch Alltagssituationen als komische Ereignisse zu produzieren oder rezeptionsseitig anzuerkennen. Methodisch verzahnt das kulturwissenschaftlich ausgerichtete Netzwerk praxeologische und performative Ansätze der Komikforschung, medienwissenschaftliche Kulturtechnikforschung und Affektivitätsstudien. Es setzt auf Kontextualisierung, um soziale, ökonomische, politische, ethische, mediale und ästhetische Prozesse zu erarbeiten und um die strategischen Einsätze und Lücken, die Herkünfte, historischen Umbrüche und Wirkungsweisen komischer Phänomene und Vollzüge zu eruieren. Systematisch wird dafür der Kulturtechnikbegriff in drei Jahresthemen zugespitzt: Der erste Bereich prüft, wie konkrete Kulturtechniken ‚Materialitäten‘ komisch erscheinen lassen und widmet sich darüber der Forschungslücke des impliziten kulturellen Wissens oder ‚tacit knowledge‘. Das zweite Arbeitsfeld untersucht Kulturtechniken des ‚Arrangements‘ als raumzeitliche Operationen, die das Komische auf Mikro- wie Makroebene hervorbringen, und perspektiviert machtpolitische Fragen der Komikforschung kulturtechnisch. Der dritte Bereich wendet sich ‚Affekten‘ zu, die das Komische eigens operationalisiert. Hier fragt sich, wie Kulturtechniken in Verknüpfung mit spezifischen Affektökonomien Empfindungswelten zu organisieren suchen. Um fachübergreifendes Vokabular weiterzuentwickeln, das die kulturtechnische Erforschung des Komischen (inter)national verankert, versammelt das Netzwerk Expertisen aus Kultur-, Theater- und Literaturwissenschaft (deutsche, englische, romanische Philologie, Komparatistik), aus Gender und Performance Studies sowie aus der Soziologie, erweitert um Vorträge ausgewiesener Gäste. Durch die fachspezifischen Aufmerksamkeiten der Beitragenden sowie durch historisch weit gestreute Artefakte und Konfigurationen erweitern die Analysen des Netzwerks das Verständnis von der Pluralität und Wirkkraft des Komischen.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
