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Vom Militär auf den Markt: Der ökonomische Einfluss von großen Angebotsschocks auf dem Wohnungsmarkt
Antragsteller
Professor Dr. Fabian Bald; Professor Felix Weinhardt, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573309442
Das Ziel dieses Projekts ist es, mit Hilfe von quasi-experimentellen empirischen Methoden und einem strukturellen Modell des Wohnungsmarktes die folgende Forschungsfragen zu beantworten: Wie entwickeln sich Immobilienpreise in Gebieten, in denen es zu einem unvorhergesehenen und stark lokalisierten Anstieg des Angebots an Wohnraum kommt und inwieweit beeinflusst dieser Schock die Wohnungsmärkte in umliegenden Nachbarschaften? Die Ermittlung des kausalen Effekts eines Anstiegs des Wohnungsangebots auf Preise ist herausfordernd, da der Standort neuer Wohnungen und Häuser in hohem Maße endogen ist und eine Verschiebung des Angebots erfordert, die nicht mit Preistrends korreliert. Für unsere Analyse planen wir daher den Umstand zu nutzen, dass der Rückzug des britischen Militärs aus Deutschland im Jahr 2010 - und der darauffolgende Verkauf ihrer Immobilien durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben - zu nicht vorhersehbaren und lokal großen Angebotsschocks auf dem Wohnungsmarkt geführt hat. Diese Schocks waren konzentriert auf einzelne Nachbarschaften mittelgroßer deutscher Städte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wo sie bis zu einem Viertel des Wachstums im Wohnungsmarkt ausmachten. In einem ersten Schritt wollen wir verstehen, wie sich diese Angebotsschocks auf Wohnungsmärkte auswirken, indem wir Preisentwicklungen mit jenen in anderen Städten vergleichen, in denen aus historischen Gründen kein britisches Militär gelebt hat. In einem zweiten Schritt wollen wir herausfinden, wie sich die Konvertierung der britischen Immobilien auf umliegende Nachbarschaften ausgewirkt hat, insbesondere über lokale Annehmlichkeiten, deren Einfluss sich auf andere Nachbarschaften ausdehnt. Unsere Daten werden es uns ermöglichen, einen sehr klein-räumigen Ansatz zu verfolgen, da wir Änderungen der Immobilienpreise auf stark disaggregierten Ebenen (Straße, Block usw.) betrachten können und Angebotsänderungen mit einem hohen Maß an Präzision in Bezug auf Zeitpunkt, Standort, Menge und eine Reihe weiterer Merkmalen schätzen. Unsere Schätzungen in reduzierter Form liefern kausale Schätzungen über die Auswirkungen von Angebotsschocks auf lokale Preise, was für sich genommen schon von großem politischem Interesse ist. Gleichzeitig können Schätzungen in reduzierter Form jedoch keine allgemeinen Gleichgewichtseffekte oder räumliche Sortierung berücksichtigen, die durch Angebotsschocks hervorgerufen werden. Daher planen wir unsere Analyse in reduzierter Form durch ein quantitatives räumliches Modell vernetzter Wohn- und Arbeitsmärkte zu ergänzen. Dieses strukturelle Modell wird es uns ermöglichen, auch Auswirkungen auf andere endogene Variablen (wie lokale Annehmlichkeiten und Sortierung) zu berücksichtigen und Wohlfahrtsanalysen im allgemeinen Gleichgewicht durchzuführen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
USA
Kooperationspartner
Professor Christian Helmers, Ph.D.
