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Parodontitis und beschleunigte Hirnalterung – Folgen und mögliche Mechanismen

Fachliche Zuordnung Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Biologische Psychiatrie
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573667931
 
Die Prävalenz neurodegenerativer Erkrankungen, insbesondere die der Alzheimer Demenz (AD) steigt. Es gibt überzeugende Belege, dass Entzündungsprozesse in die Pathogenese der Demenzen involviert sind. Die Evidenz für eine Beteiligung der chronisch-entzündlichen Zahnfleischerkrankung Parodontitis (Prävalenz von 20-50%) an der Pathogenese der Demenzen wird immer deutlicher. Wir konnten kürzlich zeigen, dass eine AD-typische Volumenminderung bestimmter Hirnareale bei Betroffenen unter Behandlung ihrer Parodontitis im Verlauf deutlich abgeschwächt werden konnte. Es gibt Hinweise darauf, dass eines der Hauptbakterien der Parodontitis, das Gram-negative anaerobe Bakterium P. gingivalis, Endothelzellen infizieren und in das Gehirngewebe eindringen kann. In diesem Antrag sollen 3 Modelle untersucht werden, wie Parodontitis in den Prozess der Neurodegeneration involviert sein könnte. Wir werden hierzu epidemiologische MRT- und hoch qualitative Parodontitis Daten aus der longitudinalen Study of Health in Pomerania (SHIP, N=3000) und aus der Baseline-Erhebung der Nationalen Kohorte (NAKO, n=12.000) analysieren. In einem ersten Schritt werden wir Muster der Neurodegeneration kortikaler und subkortikaler Hirnareale und des Tractus olfactorius identifizieren, die am stärksten mit der Parodontitis-assoziierten Atrophie assoziiert sind. Zweitens werden wir die Beteilung vaskulärer subkortikaler Schädigungen an der Parodontitis-assoziierten Neurodegeneration untersuchen. Drittens werden wir die Rolle von Parodontitis-assoziierten Bakterien, speziell von P. gingivalis auf Basis oraler Mikrobiom Daten aus Zahnfleischtaschen untersuchen (SHIP). Viertens werden wir das Modell der systemischen Inflammation auf Grundlage von Inflammationsmarker und Zytokin-Panels aus SHIP analysieren. Insgesamt werden wir wichtige Einblicke in die Rolle der Parodontitis und assoziierter Bakterien bei der Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen gewinnen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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