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AdaptInfra Teilprojekt 2: Institutionelle Rahmenbedingungen und Finanzierungssysteme für Adaptionsprozesse kommunaler Infrastrukturen in ländlichen Räumen

Antragstellerinnen / Antragsteller Professorin Dr. Paula Prenzel; Professor Dr. Daniel Schiller
Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 547031340
 
Ziel dieses Projekts ist die Beschreibung und Erklärung des Einflusses institutioneller Rahmenbedingungen und Finanzierungssysteme auf Adaptionsprozesse kommunaler Infrastrukturen. Dazu wird ein konzeptioneller Rahmen entwickelt, der institutionelle und räumliche Zugänge zu den Auswirkungen von Adaptionsdruck auf kommunale Finanzsysteme und Infrastrukturangebote nutzt, um Anpassungsprozesse zu bewerten. Durch den konzeptionellen Zugang des Vorhabens wird eine Forschungslücke bezüglich der Anwendung einer evolutionär-institutionellen und soziotechnischen Perspektive auf Infrastrukturen und ihre Adaptionsfähigkeit adressiert. Dabei wird insbesondere auf ko-evolutionäre Prozesse zwischen institutionellen Regel- und Finanzierungssystemen einerseits und der Adaption von Infrastrukturen andererseits vor dem Hintergrund des jeweils spezifischen Adaptionsdrucks fokussiert. Beispielhaft werden drei Infrastruktursysteme betrachtet (Kindertagestätten und Grundschulen, Wasser und Abwasser, öffentlicher Straßenpersonennahverkehr), die sich hinsichtlich ihrer Eigenschaften, Regel- und Finanzierungssysteme und damit potenziell verbundenen Adaptionsmöglichkeiten unterscheiden. Durch den Kontext der Untersuchung in ländlich-peripheren Räumen in vier deutschen Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen) werden spezifische Erkenntnisse zu besonderen Herausforderungen für die Adaptionsfähigkeit von Infrastrukturen für diesen Raumtyp erwartet. Gleichzeitig wird das Vorhaben auch Hypothesen und Ergebnisse zu Anpassungsmustern generieren, die für zukünftige Forschung zu dieser Thematik in anderen Raumtypen und im internationalen Kontext geeignet sind. Für die Beantwortung der Forschungsfragen wird ein Methoden-Mix aus verschiedenen quantitativen und qualitativen Ansätzen genutzt. In einem fallstudienbasierten Zugang mit qualitativen Untersuchungsmethoden wird auf die Bewertung von Regel- und Finanzierungssystemen hinsichtlich ihrer fördernden und hemmenden Auswirkungen auf Adaptionsprozesse sowie den Einfluss von Akteur*innen auf die Anpassung von Institutionen ('institutional work') fokussiert. Quantitative Methoden kommen für die Untersuchung von Finanzierungserfordernissen für die betrachteten Infrastrukturen und deren Einflussfaktoren sowie zu den Auswirkungen von Adaptionsprozessen auf Kostenstrukturen und die räumliche Ausgestaltung des Infrastrukturangebots zum Einsatz. Die Ergebnisse des Vorhabens erweitern das Verständnis für fördernde und hemmende Faktoren für die Adaptionsfähigkeit von Infrastrukturen auf der kommunalen Ebene. Bislang wurde die sozio-technische Perspektive noch nicht auf die Ko-Evolution von technischen Erfordernissen und Möglichkeiten zur Anpassung kommunaler Infrastrukturen (materielle Dimension) und formellen Regel- und Finanzierungssystemen, Leitbildern der Raumentwicklung und regulativen Nischen (institutionelle Dimension) unter Einbezug der Akteursdimension (Agency-Perspektive) angewendet.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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