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Ein globaler Rahmen zur Förderung der Forschung über kooperativen Transport bei Ameisen.

Fachliche Zuordnung Biologie des Verhaltens und der Sinne
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574022558
 
Kooperation ist ein zentraler Aspekt sozialen Verhaltens und ermöglicht es Tieren, komplexe Aufgaben zu bewältigen, die ein Individuum allein nicht schaffen könnte. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der kooperative Transport (KT), bei dem mehrere Individuen gemeinsam ein Objekt bewegen, das für einen einzelnen zu groß ist. Bei Ameisen spielt KT eine wichtige ökologische Rolle, da er es Kolonien ermöglicht, große Nahrungsstücke zu transportieren, Hindernisse zu beseitigen und Nester zu bauen. Die Forschung zu KT bei Ameisen hat unser Verständnis von kollektiver Entscheidungsfindung, dem Zusammenspiel von Führung und Selbstorganisation sowie den Mechanismen effizienter Koordination erheblich erweitert. Zudem dient KT als wertvolles Modell für dezentralisierte Problemlösungsstrategien in der Schwarmrobotik. Trotz dieser Fortschritte konzentriert sich die KT-Forschung bislang stark auf Einzelarten, hauptsächlich aus zwei Ameisenunterfamilien. Diese enge Perspektive erschwert ein umfassenderes Verständnis von KT als biologisches Phänomen und lässt zwei zentrale Fragen offen: Was macht einen guten kooperativen Transporteur aus? Und was sind die evolutionären Ursprünge des KT bei Ameisen? Um diese Fragen zu beantworten, braucht es standardisierte, vergleichbare Verhaltensdaten über eine größere Bandbreite an Arten sowie eine breitere geografische Abdeckung. Ziel dieses Projekts ist es, einen globalen Rahmen für die KT-Forschung zu schaffen – durch Kooperationsnetzwerke, einheitliche Protokolle und eine offene KT-Datenbank. Das Netzwerk umfasst zwei Ebenen: (1) Forschungslabore führen standardisierte Ködertransportversuche mit Videoanalyse durch; (2) Bürgerwissenschaftlerinnen – Lehrkräfte und Schülerinnen an Schulen und Hochschulen – führen einfache Feldversuche im Unterricht durch. Beide Ansätze liefern vergleichbare Daten und erweitern die taxonomische und geografische Reichweite. Darüber hinaus stärkt das Projekt die Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, fördert naturwissenschaftliche Bildung und das öffentliche Bewusstsein für die ökologische Bedeutung von Ameisen und für Verhaltensforschung im Allgemeinen. Projektziel: Das Verständnis einer einzigartigen dezentralisierten Form der Kooperation zu vertiefen, indem ein globaler Rahmen für die Erforschung des kooperativen Transports bei Ameisen entwickelt wird. Spezifische Ziele: 1. Aufbau eines Netzwerks aus Expertinnen und Bürgerwissenschaftlerinnen zur Erhebung von KT-Verhaltensdaten bei Ameisen. 2. Entwicklung und Umsetzung standardisierter Protokolle für beide Netzwerke zur Sicherstellung der Datenkonsistenz. 3. Aufbau und Pflege einer zentralen, frei zugänglichen KT-Datenbank und digitalen Plattform. 4. Nutzung dieser Datenbank zur Beantwortung zentraler Fragen zur Effizienz und Evolution des kooperativen Transports bei Ameisen.
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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