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Auswirkungen des Klimawandels auf die Phänologie und das Überleben individuell mit RFID-Transpondern markierter Fledermäuse dreier Arten der Gattung Myotis

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574029913
 
Der Klimawandel wird voraussichtlich dramatische Folgen für die globale Artenvielfalt haben. Daher ist es sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus angewandter Perspektive von großer Bedeutung zu verstehen, wie Organismen auf den Klimawandel reagieren. Eine der wichtigsten Fragen ist, ob Organismen auf veränderte Umweltbedingungen durch phänotypische Plastizität, genetische Anpassung oder eine Kombination aus beidem reagieren und wie sich diese Mechanismen auf das Überleben von Populationen in einer sich verändernden Welt auswirken. Die Fähigkeit zum Winterschlaf ist bei Säugetieren weit verbreitet. Allerdings ist weitgehend unklar, wie Winterschläfer auf den Klimawandel reagieren werden. Einerseits könnte ihre Fähigkeit, durch Torpor ihren Energieverbrauch zu senken, ihnen helfen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Andererseits könnte ihr langsamer Lebenszyklus sie besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels machen. Derzeit gibt es nur sehr wenige Langzeitdaten, anhand derer sich die Phänologie und Überlebensraten verschiedener Winterschläfer zuverlässig bewerten ließen. Dies gilt insbesondere für Fledermäuse, die einen bedeutenden Anteil der winterschlafenden Säugetierarten ausmachen, aber aufgrund ihrer geringen Größe und Mobilität nur schwer zu untersuchen sind. In diesem Projekt kombinieren wir Daten aus drei Langzeitdatensätzen, um diese Frage zu klären. Unsere Studie basiert auf detaillierten Langzeitdaten zu Verhalten, Demografie und Genetik von Fledermäusen, die individuell mit RFID-Transpondern markiert wurden. Dank ihrer Langlebigkeit und hohen Standorttreue können diese markierten Tiere über viele Jahre hinweg im Feld untersucht werden. Durch die Untersuchung einer großen Anzahl von Individuen aus drei Myotis-Arten, die an drei Feldstandorten in Deutschland leben, wollen wir neue Forschungsfragen zum Zusammenhang zwischen Wetter – als Indikator für den Klimawandel – und der saisonalen Phänologie sowie den Überlebensraten langlebiger, überwinternder Säugetiere beantworten.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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