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Systematische Analyse der HCMV-induzierten adaptiven Umprogrammierung natürlicher Killerzellen als pathogener Motor von Immundysregulation und Leberfibrose bei chronischer Hepatitis B

Antragstellerin Dr. Smaranda Gliga
Fachliche Zuordnung Klinische Infektiologie und Tropenmedizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574054338
 
Die chronische Hepatitis B (HBV) betrifft weltweit über 250 Millionen Menschen. Zwar senken Nukleos(t)id-Analoga die Viruslast, doch eine echte Heilung bleibt selten, weil die kovalent geschlossene, zirkuläre DNA (cccDNA) in Hepatozytenkernen fortbesteht. In vielen Regionen sind HBV-Infizierte zusätzlich mit dem humanen Zytomegalievirus (HCMV) infiziert. HCMV remodeliert die angeborene Immunität und treibt eine „adaptive“ NK-Zell-Subpopulation (NKG2C⁺ CD57⁺ FcεRIγ⁻) an, deren Häufigkeit in unserem Düsseldorfer Kollektiv proportional zu HBV-Virämie und Lebersteifigkeit ansteigt. Trotz hoher Oberflächenexpression von CD95 (Fas) reagieren diese adaptiven NK-Zellen kaum auf löslichen Fas-Liganden; Caspase-3/7 bleiben inaktiv. Parallel zeigen sie eine starke Hochregulation des anti-apoptotischen Proteins BCL-2. Zusammen deutet dies auf eine Umprogrammierung der Fas-Achse von einer klassischen Todes- zu einer Überlebens- bzw. Entzündungssignatur. Ziel des 12-monatigen Pilotprojekts ist es, den Einfluss HCMV-getriebener adaptiver NK-Zellen auf Immundysregulation und Fibrose bei chronischer HBV-Infektion anhand von drei miteinander verknüpften Arbeitspaketen zu klären: 1. Charakterisierung des CD95-Signalwegs. Adaptive und kanonische NK-Zellen aller HBV-Erkrankungsstadien werden parallel analysiert. Hochparametrische Phospho-Flow-Zytometrie erfasst zugleich aktive Caspasen-3/7 (Zelltod) sowie NF-κB- und MAPK-Phosphorylierung (entzündliches Überleben). Komplementäre Western-Blots für c-FLIP und BCL-2 erläutern, warum Fas-Ligierung keine Apoptose auslöst. 2. Aufschlüsselung der Effektormechanismen gegenüber Hepatozyten. Flusszytometrisch sortierte adaptive versus kanonische NK-Zellen werden mit HBV-replizierenden HepaRG-Zellen und primären humanen Hepatozyten ko-kultiviert. Selektive Inhibitoren von Perforin/Granzyme, TRAIL oder Fas zeigen, welche Zytotoxizitätswege dominieren und ob Fas-Blockade Hepatozyten schützt. Endpunkte sind NK-Degranulation, Granzyme-Freisetzung und Zielzell-Viabilität. 3. Transkriptomische Programme entlang des Fibrosespektrums. Ein bestehender Single-Cell-RNA-Seq-Atlas ( 30 000 NK-Zellen aus Kontrollen, chronischer HBV Infektion und chronischer HBV Hepatitis) identifiziert Gen-Signaturen für Zytotoxizität, Überleben und Erschöpfung. Zentrale Oberflächen- oder intrazelluläre Proteine werden in einer unabhängigen Kohorte mittels 16-Farb-Flow-Panel validiert. Durch die Kombination von HCMV-Stratifizierung, Fas-Signalomik und direkten Hepatozyten-Assays in einer streng phänotypisierten HBV-Kohorte wird dieses Projekt die molekularen Schaltkreise entschlüsseln, die adaptive NK-Zellen zwischen Viruskontrolle und Gewebeschädigung positionieren – ein entscheidendes Wissen für künftige immun-modulierende Ansätze bei chronischer HBV-Infektion.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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