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Einfluss von Antithrombin auf die Mikrozirkulation bei Sepsis
Antragsteller
Dr. Lars Heubner
Fachliche Zuordnung
Klinische Infektiologie und Tropenmedizin
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574083336
Sepsis zählt weiterhin zu den häufigsten Todesursachen auf Intensivstationen weltweit. Trotz standardisierter Behandlungskonzepte bleibt die Mortalität hoch, und viele Überlebende leiden langfristig unter kognitiven oder funktionellen Einschränkungen. Ein zentrales pathophysiologisches Merkmal ist die Sepsis-assoziierte Koagulopathie (SIC), bei der es zu einer Fehlregulation der Thrombinbildung, zu Fibrinolysehemmung und endothelialer Schädigung kommt. Diese Mikrozirkulationsstörungen fördern die Entwicklung von Multiorganversagen und verschlechtern die Prognose entscheidend. Antithrombin (AT) ist ein körpereigener Gerinnungsinhibitor mit zusätzlicher antiinflammatorischer und endothelprotektiver Wirkung. Im Verlauf der Sepsis sinken AT-Spiegel deutlich ab, was mit einer erhöhten Letalität assoziiert ist. Frühere klinische Studien konnten jedoch keinen eindeutigen Überlebensvorteil durch AT zeigen – unter anderem aufgrund mangelnder Patientenselektion, nicht individualisierter Dosierung und gleichzeitiger Heparingabe. Ziel dieses Projekts ist es, das therapeutische Potenzial von AT unter klinisch relevanten Bedingungen neu zu bewerten – mit besonderem Fokus auf endothelialer Integrität und Mikrozirkulationsfunktion. Untersucht wird, ob AT allein oder in Kombination mit etablierten Antikoagulanzien – insbesondere Argatroban als nicht interferierender Thrombininhibitor – die Thrombinregulation normalisieren, die Glykokalyx stabilisieren und die Mikrozirkulation erhalten kann. In einem Kapillarmodell mit Endothelzellen, welches die Mikrozirkulation bei Sepsis gut reflektieren kann, werden Thrombenbildung, Flusswiderstand und Marker endothelialer Aktivierung funktionell analysiert. Das Projekt adressiert ein dringendes klinisches Problem nach gezielten Therapien, die über eine generelle Antikoagulation hinausgehen und die komplexe Interaktion zwischen Entzündung, Gerinnung und Endothelfunktion modulieren. Durch die Identifikation wirksamer und sicherer AT-basierter Strategien soll ein Beitrag zur Verbesserung der Prognose septischer Patienten geleistet und die Grundlage für zukünftige stratifizierte Interventionsstudien geschaffen werden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Österreich
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Privatdozentin Mirjam Bachler, Ph.D.; Professor Dr. Dietmar Fries
