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Die Gefahr wahrnehmen: Die Rolle handlungsinduzierter taktiler Stimuli bei der Reaktion auf Bedrohungen

Antragstellerin Dr. Belkis Ezgi Arikan
Fachliche Zuordnung Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574103474
 
Der menschliche Tastsinn liefert kontinuierlich Informationen über den Körper und seine Umgebung– sowohl durch willkürliche Bewegungen als auch durch externe Reize. Besonders in potenziell bedrohlichen Situationen ist eine präzise Verarbeitung taktiler Reize essenziell, um adäquate Reaktionen zu ermöglichen. Bislang ist unklar, wie sich die Wahrnehmung selbst-induzierter Berührungen verändert, wenn eine Person mit einer potenziellen Bedrohung konfrontiert ist, und inwieweit visuelle Stimuli diese taktile Wahrnehmung beeinflussen. In dem geplanten Projekt wird untersucht, wie sich die Wahrnehmung selbst-induzierter Berührungen in Bedrohungssituationen verändert und welchen Einfluss visuelle Informationen auf diese taktile Verarbeitung haben. Hierzu werden Studien mit jungen Erwachsenen durchgeführt, die subklinische Spinnenangst aufweisen. Den Teilnehmenden werden auf einem Bildschirm visuelle Stimuli präsentiert: entweder ein aversiver Stimulus (Spinne) oder ein neutraler Stimulus (Marienkäfer), jeweils in Annäherung an den Körper. In Abhängigkeit von der Bewegungsrichtung des Stimulus bewegen die Teilnehmenden einen Joystick mit der rechten Hand, um entweder eine konfrontierende oder eine vermeidende Bewegung auszuführen. Während der Bewegung erfolgt eine taktile Stimulation, um die taktile Sensitivität zu erfassen. Zur umfassenden Untersuchung der zugrundeliegenden Prozesse werden folgende Methoden eingesetzt: 1) Psychophysik: Erfassung der taktilen Wahrnehmung der aktiven Hand während der Interaktion mit dem bedrohlichen Stimulus. 2) Funktionelle Bildgebung (fMRT): Erfassung kortikaler Aktivierungsmuster, die mit taktiler Verarbeitung, Handlungskontext und Bedrohung assoziiert sind. 3) Physiologische Messungen: Erfassung peripher-physiologischer Parameter, darunter sympathische Nervenaktivität, Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit. Durch diese Untersuchungen wird erwartet, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie der menschliche Körper in bedrohlichen Situationen Berührungen wahrnimmt, die durch eigene Bewegungen entstehen, und wie diese Wahrnehmung durch visuelle Stimuli beeinflusst wird. Langfristig können die Ergebnisse zur Entwicklung neuer Ansätze in der Diagnostik und Behandlung von Angststörungen und phobischen Erkrankungen beitragen, in denen die Verarbeitung bedrohungsbezogener Körperempfindungen oft verändert ist.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Frankreich
Kooperationspartnerin Professorin Rochelle Ackerley, Ph.D.
 
 

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