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PRISM – Entwicklung des Hautmikrobioms von Frühgeborenen und Eubiose

Antragstellerin Dr. Janina Marißen
Fachliche Zuordnung Klinische Infektiologie und Tropenmedizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574129606
 
Bakterielle Infektionen sind die zweithäufigste Todesursache bei Frühgeborenen und können mit erheblichen kurz- und langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen. Die unreife Haut der Frühgeborenen ist besonders anfällig für Verletzungen und Infektionen. Der Schutz der Frühgeborenenhaut durch Pflegeprodukte – sogenannte „Emollients“ – wurde sowohl von der WHO als auch von Elternorganisationen als vorrangiges Forschungsziel definiert. Dennoch sind das Hautmikrobiom, potenzielle Einflussfaktoren sowie immunologische Interaktionen mit z.B. antimikrobiellen Peptiden in dieser Population bislang kaum untersucht – nicht zuletzt aufgrund methodischer Herausforderungen im Umgang mit einer niedrigen Biomasse der Proben („low-biomass samples“). Ein umfassenderes Verständnis der physiologischen Entwicklung des Hautmikrobioms und relevanter klinischer Einflussgrößen ist daher dringend erforderlich. Dies kann in der Zukunft die Grundlage für die Entwicklung gezielter präventiver und therapeutischer Strategien bilden, um beispielsweise die mechanistische Wirkung von Emollients/Ölen auf die immunologische Barriere der Haut untersuchen zu können. Mit dem beantragten Projekt möchten wir die folgenden Punkte adressieren: (a) die physiologische Entwicklung des Hautmikrobioms in einer klar definierten Kohorte von Frühgeborenen charakterisieren, (b) Merkmale von kutaner Eubiose und Dysbiose identifizieren und definieren, sowie (c) Konzentrationen antimikrobieller Peptide mit Mikrobiom-Signaturen korrelieren. Hierzu werden Hautabstriche von Frühgeborenen aus einer longitudinalen monozentrischen klinischen Studie – der IRoN-Kohorte – sowie Vergleichsproben aus einer longitudinalen Termingeborenen-Kohorte – der MIAI-Kohorte – verwendet (→AP1). Durch metagenomische Sequenzierung können mikrobielle Signaturen auf Stamm-Ebene detektiert und die physiologische Entwicklung des Hautmikrobioms detailliert beschrieben werden (→AP2). Unsere umfassende Datenbank zu ante- und postnatalen Parametern ermöglicht eine tiefgehende klinische Phänotypisierung sowie eine bioinformatische Adjustierung potenzieller Störfaktoren (Deconfounding). In Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Kooperationspartnern beabsichtigen wir, einen Eubiose-Score für das Hautmikrobiom, basierend auf publizierten 16S rRNA/metagenomischen Daten zu entwickeln. So können wir kutane Eubiose und Dysbiose in unseren eigenen Studienpopulationen definieren (→AP3). Explorativ untersuchen wir zudem die Korrelation zwischen den Konzentrationen antimikrobieller Peptide – insbesondere Psoriasin und RNase 7 – und den Mikrobiom-Signaturen, um potenzielle wechselseitige Interaktionen aufzuzeigen (→AP4). Mit diesen Ansätzen möchten wir neue Zielgrößen für größer angelegte, multizentrische Studien identifizieren und neue Strategien zum Schutz der vulnerablen Population von Frühgeborenen entwickeln.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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