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Koordinationsfonds
Antragsteller
Professor Dr. Tom Lüdde, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Gastroenterologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 546585894
Chronische Lebererkrankungen verschiedener Entitäten bergen ein inhärentes Risiko, über bestimmte, initial noch reversible Stadien der chronischen Entzündung in ein irreversibles Krankheitsstadium, das hepatozelluläre Karzinom (HCC), überzugehen. Ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen, die diese Stadienübergänge regulieren, könnte zu neuen Ansätzen führen, um zukünftig das Risiko für die Entwicklung eines HCC bei einzelnen Patientinnen und Patienten besser vorhersagen zu können und um personalisierte Ansätze zur Krebsprävention zu entwickeln. Allerdings ist der genaue Zusammenhang zwischen Zellschädigung und Zelltod, den immunologischen Reaktionen darauf und dem Fortschreiten von Lebererkrankungen derzeit noch nicht ausreichend verstanden. Aufbauend auf wegweisenden gemeinsamen Vorarbeiten wollen wir in dangerhep die Hypothese untersuchen, dass sogenannte „Alarmsignale“, zu denen beispielsweise „damage-associated molecular patterns“ (DAMPs) gehören, eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Stadienübergängen chronischer Lebererkrankungen spielen. In neun vernetzten Teilprojekten und einem Plattformprojekt soll untersucht werden, (i) welche molekularen Mechanismen die Freisetzung spezifischer Alarmsignale bei Leberschädigung regulieren, (ii) wie diese Alarmsignale die dynamische Interaktion zwischen Hepatozyten und verschiedenen Subtypen von Immunzellen steuern und (iii) wie diese Interaktionen den Stadienübergang bei chronischen Lebererkrankungen vermitteln. Diese Fragen werden von einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Hepatologie, Zellbiologie, Immunologie und innovativen bildgebenden Verfahren systematisch untersucht. Ein Schlüsselelement von dangerhep ist die auf der 2-Photonen-Mikroskopie basierende Bildgebung in Leber- und Fettgewebe, die eine Echtzeitanalyse von Zell-Zell-Interaktionen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung ermöglicht. Ergänzt wird diese Technologie durch spezifische Expertisen, die jede Projektleiterin und jeder Projektleiter in eine gemeinsame „Methoden-Toolbox“ einbringt. Als übergeordnetes Ziel streben wir die strukturierte Translation der mechanistischen Ergebnisse dieser Forschungsgruppe zu Patientinnen und Patienten an. Damit möchten wir eine neue Generation von nicht-invasiven diagnostischen Methoden und Biomarkern sowie neue Targets für eine personalisierte HCC-Prävention bei chronischen Lebererkrankungen identifizieren. Gleichzeitig möchten wir als Konsortium zur Weiterentwicklung von Techniken und Konzepten beitragen, die über die derzeitigen fachlichen und methodischen Grenzen hinausgehen.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
