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„Smart Region“- Modell: Institutionelle und rechtliche Koordinierung der Stadt-Land-Stadt-Interaktion im Kontext der digitalen Transformation Deutschlands
Antragsteller
Vitali Strilchuk, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Öffentliches Recht
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574522449
Die digitale Transformation der Raumentwicklung in Deutschland macht zunehmend die Notwendigkeit einer umfassenden Neubewertung der Interaktion zwischen öffentlichen Akteuren auf verschiedenen Ebenen deutlich. Besonders dringlich ist dieses Erfordernis im Hinblick auf die Interaktion zwischen Städten und ländlichen Räumen. Das traditionelle Entwicklungsparadigma der "Smart City", das vor allem auf technokratische Innovationen in urbanen Zentren fokussiert ist, zeigt im regionalen Kontext seine Begrenztheit angesichts wachsender digitaler Ungleichheiten, institutioneller Fragmentierung und räumlicher Asymmetrien. Ohne eine enge Integration in die digitale Umgebung der Städte bleiben Smart-Village-Initiativen peripher und unfähig, einen kohärenten digitalen Zusammenhalt herzustellen. Das Fehlen eines integrierten Ansatzes zur digitalen Regionalplanung verstärkt die interkommunalen Disparitäten. Ziel der vorgeschlagenen Forschung ist die Entwicklung eines kohärenten institutionell-rechtlichen Modells des Konzepts "Smart Region" als Instrument zur Gewährleistung räumlicher Kohäsion und nachhaltiger Entwicklung im Kontext der digitalen Transformation in Deutschland. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Optimierung von Mechanismen interkommunaler Zusammenarbeit, die Effizienzsteigerung partizipativer Demokratieinstitutionen sowie auf die Entwicklung von Ansätzen zur Integration strategischer Planungen smarter Infrastrukturen auf Landes- (Länder-) und kommunaler (Kommunen-) Ebene. Das Projekt basiert auf der Analyse der einschlägigen deutschen und europäischen Fachliteratur, der Untersuchung des deutschen und EU-Rechtsrahmens - einschließlich strategisch-planerischer Dokumente - sowie der kommunalen Praxis in diesem Bereich. Es verbindet juristische, verwaltungswissenschaftliche, institutionelle, sozioökonomische und technologische Perspektiven. Die methodologische Grundlage der Forschung bildet die Verbindung juristischer Dogmatik mit interdisziplinären Analyseinstrumenten, insbesondere aus der Politikwissenschaft, dem öffentlichen Management und der Raumplanung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem komparativen Ansatz und der dialektischen Logik als analytischem Instrument zur Identifikation von Widersprüchen und zur Entwicklung systemischer Lösungen. Eine methodische Innovation der Untersuchung stellt das vorgeschlagene dreikomponentige Modell zirkulärer digitaler Interaktion "Stadt-Land-Stadt" dar, das es ermöglicht, die binäre Logik "Zentrum-Peripherie" zu überwinden und mehrstufige Räume als gleichberechtigte Akteure einer raumbezogenen smarten Kooperation bei der Entwicklung nachhaltiger Smart Regions zu betrachten. Das Ergebnis wird eine wissenschaftliche Monographie sein, die nicht nur ein konzeptionell kohärentes Modell der Smart Region vorlegt, sondern auch als praxisorientiertes Instrument zur Förderung räumlicher Kohäsion, digitaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland dienen soll.
DFG-Verfahren
WBP Stelle
