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Die Gründungsgeschichte der räumlichen Planung als Raumwissenschaft – zur Genese einer neuen Disziplin

Fachliche Zuordnung Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574695892
 
Die Stadt- und Raumplanung entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts als neue Disziplin auf europäischer Ebene. Der erste Planungsstudiengang entstand 1909 in Liverpool (UK). Die Gründung des ersten Planungsstudienganges in Deutschland erfolgte 1969 an der TU Dortmund. Die Etablierung der Planungsstudiengänge in Deutschland war eine direkte Folge der neuen städtebaulichen Gesetzgebungen von 1960 (Bundesbaugesetz BBauG) und 1971 (Städtebauförderungsgesetz StBauFG), und sie erfolgte im Kontext der Bildungsreformen dieser Zeit. In dieser Gründungszeit wurde die räumliche Planung vor allem als angewandte Wissenschaft verstanden, sie speiste sich teils aus bereits etablierten Wissenschaften wie Geografie oder Architektur, und entwickelte zugleich eigene Methoden und Handlungsansätze. Die damit verbundene Interdisziplinarität der Planung wird oft als Vorteil, gleichzeitig aber auch als Herausforderung betrachtet. In den folgenden Jahrzehnten etablierte sie sich als Raumwissenschaft mit zahlreichen Studiengängen, Doktoranten und Forschungsschwerpunkten. Mit Blick auf diese historischen Kontexte stellt sich die Frage nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Katalysatoren, in denen sich die neue Planungsdisziplin herausbildete. Um dies näher zu analysieren, wird mit dem beantragten Forschungsvorhaben ein epochenübergreifender, international ausgerichteter und interdisziplinär vergleichender Ansatz verfolgt. Es knüpft an die bereits vorhandenen Forschungen an, bettet sie aber in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext ein, insbesondere in das Verhältnis von Staat und räumlicher Planung als empirischen Gegenstand. Durch die Fokussierung auf mehrere Schlüsselepochen, die mit unterschiedlichem Betrachtungsfokus und Methodenrepertoire, aber gemeinsamem Erkenntnisinteresse aufgearbeitet werden, soll ein systematischer Beitrag zur Verfasstheit der räumlichen Planung in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geleistet werden. Mit dem Forschungsvorhaben wird die bisherige Disziplingeschichtsschreibung mit ihren angenommenen Meilensteinen der Disziplinwerdung reflektiert, und es werden neue Erkenntnisse über die Hintergründe der Neugründung und Etablierung der räumlichen Planung als Disziplin erwartet.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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