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Molekulare Anpassung an reduzierte Sauerstoffwerte während einer Langstreckenflug- Simulation bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie (ICAROS-PH)

Fachliche Zuordnung Pneumologie,Thoraxchirurgie
Kardiologie, Angiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574813881
 
Akute normobare (NH) und hypobare Hypoxie (HH) führen zu hämodynamischen und kardialen Veränderungen, die bei gesunden Personen meist gut toleriert werden, jedoch für Patienten mit pulmonaler Hypertonie (PH) erhebliche Risiken bergen. PH betrifft etwa 1 % der Erwachsenen und wird nach der Nizza-Klassifikation in verschiedene Gruppen unterteilt, darunter pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH), Linksherzerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen und chronisch thromboembolische PH. Diese Erkrankung reduziert die Lebenserwartung erheblich, mit 3-Jahres-Überlebensraten von 31–54,9 %, abhängig von der Grunderkrankung. Bei Flugreisen können der reduzierte Luftdruck und die hypoxischen Bedingungen (entsprechend einem Sauerstoffgehalt von ca. 15 %) die PH verschlimmern, indem sie pulmonalen Druck erhöhen, Hypoxie verstärken und eine Rechtsherzdekompensation auslösen. Studien zeigen Symptome wie einen Abfall der Sauerstoffsättigung unter 85 %, Dyspnoe und Brustdruck bei bis zu 38 % der Patienten, jedoch fehlen standardisierte Bedingungen und mechanistische Untersuchungen. Besonders wenig ist über die Unterschiede zwischen prä- und postkapillärer PH oder über molekulare Effekte wie Veränderungen der Genexpression während Flugreisen bekannt. Chronische Hypoxie aktiviert hypoxieinduzierbare Faktoren (HIF), die als Transkriptionsfaktoren Anpassungsmechanismen wie Hämatokritsteigerung und NO-vermittelte Vasodilatation steuern. HIF beeinflusst auch die Entzündungsreaktion, indem es pro- und antiinflammatorische Zytokine (z. B. IL-6, VEGF) reguliert. PH-Patienten, die chronischer Hypoxie ausgesetzt sind, zeigen eine anhaltende HIF-Stimulation, was zur vaskulären Remodellierung und Krankheitsprogression beiträgt. Studien legen nahe, dass HIF allein die persistente PH-Phänotyp nicht vollständig erklärt, und weitere Forschung zu metabolischen und genetischen Faktoren ist erforderlich. Während die Mechanismen chronischer PH gut untersucht sind, fehlt es an Wissen über akute molekulare Veränderungen bei PH-Patienten während HH, etwa auf Langstreckenflügen. Zukünftige Studien könnten entscheidend sein, um sichere Reisebedingungen und therapeutische Strategien für PH-Patienten zu entwickeln.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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