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Vernebelung regenerativer extrazellulärer Vesikel: ein neuer therapeutischer Ansatz nach Mehrfachverletzung in einem präklinischen Großtiermodell
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Klemens Horst; Professorin Dr. Elizabeth Rosado Balmayor, Ph.D.
Fachliche Zuordnung
Orthopädie, Unfallchirurgie, rekonstruktive Chirurgie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 465409392
Die Lunge bleibt ein zentrales Zielorgan bei Patienten mit Polytrauma (MT) und ist von entscheidender Bedeutung für die adäquate Oxygenierung und Decarboxylierung von Blut und Geweben. Laut großen internationalen Traumaregistern ist das Thoraxtrauma für bis zu 35 % der traumabedingten Todesfälle verantwortlich. Lokale und systemische Entzündungsreaktionen spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Entstehung verschiedener Komplikationen, die den weiteren klinischen Verlauf der Patienten negativ beeinflussen. Unter anderem gehört die Entwicklung eines akuten Lungenversagens (ARDS) nach wie vor zu den häufigsten Komplikationen in der akuten posttraumatischen Phase bei MT-Patienten, die das initiale Trauma überleben. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die nach einem Trauma an ARDS erkranken, eine dreifach höhere Sterblichkeit aufweisen als Patienten ohne ARDS. Es wurde festgestellt, dass extrazelluläre Vesikel (EV) und Mikro-RNAs, die von verschiedenen Zelltypen (z. B. Immunzellen, mesenchymalen Stammzellen, Endothelzellen und Osteoblasten) gebildet werden, an diesen Prozessen beteiligt sind. Diese EVs stellen einen wichtigen Mechanismus der zellulären Kommunikation dar, indem sie entweder systemisch als zirkulierende EVs oder in parakriner Weise durch Beeinflussung des umliegenden Gewebes wirken. Da es uns gelungen ist, extrazelluläre Vesikel aus dem Serum von Schweinen in unserem Polytrauma-Modell zu isolieren und zu zeigen, dass diese Vesikel je nach posttraumatischer Phase und Schweregrad des Traumas signifikante Unterschiede in Konzentration, Zusammensetzung und Größe aufweisen, konzentriert sich das aktuelle Projekt auf den therapeutischen Wert und die Anwendung regenerativer EVs und deren Inhalt i.R. eines etablierten porcinen MT-Modells. Wir werden daher a) EVs mit regenerativem Potenzial aus M2-Makrophagen applizieren und verfolgen, um zu zeigen, dass EVs und deren Inhalt effektiv einen Zielort erreichen können, b) lokale und systemische EVs isolieren und deren Herkunft und Inhalt charakterisieren, um so Einblicke in die Wirksamkeit der applizierten Therapie zu gewinnen, und c) nachweisen, dass dieser therapeutische Ansatz die lungenspezifischen Schäden und entzündlichen Komplikationen, die durch MT verursacht werden, abschwächt und die pulmonale Regeneration verbessert.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
