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Die chirurgische Behandlung bei degenerativer Stenose des Anschlusssegments

Fachliche Zuordnung Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574896382
 
Chirurgische Eingriffe an der Lendenwirbelsäule zählen zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland, wobei insbesondere die Anzahl der Fusionsoperationen steigt. Im Vergleich zu minimalinvasiven Eingriffen gehen diese Operationen mit höherem Blutverlust, längerer Krankenhausaufenthaltsdauer und erhöhter Morbidität einher. Zudem führen spinale Fusionsoperationen zu einer erheblichen Veränderung der Biomechanik der Wirbelsäule. Dabei kann es aufgrund des Verlusts von Muskelgewebe und iatrogenen Vernarbungen zu einer Schwächung der Wirbelsäulengurtung kommen, die zu einer gefürchteten Spätfolge, der sogenannten Anschlussdegeneration, führen kann. Diese umfasst Degenerationen der Bandscheiben, Hypertrophien der Facettengelenke, eine Verdickung der Bänder und schließlich eine Nervenkompression durch die entstandene Spinalkanalstenose. Leider ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft eine nichtchirurgische Behandlung einer Spinalkanalstenose und der daraus resultierenden Schmerzsymptomatik selten erfolgreich, sodass in den meisten Fällen ein operativer Eingriff erforderlich ist. Grundsätzlich wird nach aktuellem Stand der Wissenschaft bei einer Anschlussdegeneration nach einer stabilisierenden Operation, das Anschlusssegment dekomprimiert und die Fusion verlängert. Die Antragssteller konnten in einer Pilotstudie jedoch zeigen, dass bei den betroffenen Patienten, auch eine reine mikrochirurgische Dekompression ohne Fusion der angrenzenden Höhe zu guten klinischen Ergebnissen führen kann. Dabei zeigte sich keine gesteigerte Anzahl von Revisionseingriffen zur Stabilisierung des potenziell instabilen Segments. Allerdings wurde diese minimalchirurgische Behandlungsmöglichkeit nie mit einem prospektiven Ansatz untersucht. Mit diesem Antrag wird die Durchführung einer prospektiven randomisierten Studie angestrebt, um zu untersuchen, ob eine reine mikrochirurgische Dekompression im Anschlusssegment der Dekompression mit Verlängerung der Fusion nicht unterlegen ist. Diese Studie könnte Daten generieren, die eine mikrochirurgische Behandlung als Goldstandard zur Behandlung von angrenzenden Segmentstenosen etablieren. Somit könnten invasive Wirbelsäulenfusionen mit hohen Komplikationsraten und einem höheren Risiko für weitere nachfolgende Wirbelsäulenoperationen bei vielen Patienten vermieden werden. Dies würde neben der Entlastung für die Patient:innen auch zu einer Kostenreduktion im Gesundheitssystem führen.
DFG-Verfahren Klinische Studien
 
 

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