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Denkstrukturen hinter der Entstehung von Monotheismus: Auf dem Weg zu einer Epistemologie des Göttlichen als dem Einen
Antragsteller
Professor Dr. Jan Dietrich
Fachliche Zuordnung
Evangelische Theologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 554535105
Wie und warum wurden Monolatrie und Monotheismus im alten Israel denkbar? Das Projekt wird historische Forschungen zur Epistemologie des Göttlichen in Palästina/Israel im ersten Jahrtausend v.Chr. durchführen, indem es die Denkstrukturen des altisraelitischen Monotheismus untersucht. Monolatrie/Monotheismus implizieren neben konzentrierten Formen des Glaubens und der Praxis eine monistische Denkstruktur, die sich in religiöser Hinsicht ausschließlich ("mono") auf den einen oder einzigen Gott konzentriert. Wie und warum konnte diese monistische Denkstruktur entstehen? Welche Arten von Wissenskonstruktionen entstehen als Ergebnis dieser Denkstruktur? Um diese innovativen Fragen zu beantworten, werden Strategien und Prozesse der Zentralisierung, Systemdifferenzierung und Abstraktion (einschließlich der epistemischen Kategorien von Raum und Zeit, Legitimität und Validität, Standardisierung und Negation) sowie besondere Schwerpunkte in der alttestamentlichen Ideengeschichte analysiert und mit möglichen Bedingungen, Ursachen und Parallelen in Verbindung gebracht. Durch eine interdisziplinäre Kombination archäologischer, kultureller, historischer, philologischer, sozialer und erkenntnistheoretischer Ansätze werden epistemische Mechanismen, Zentren oder Netzwerke und religiöse Instanzen identifiziert, analysiert und untersucht, die das religiöse Wissen und seine entstehende monistische Denkstruktur im alten Palästina/Israel geprägt haben. Während ein anderes Projekt die Frage nach der Erkennbarkeit des Göttlichen diskutiert und weitere Projekte die Epistemologie des Göttlichen in den religiösen Symbolsystemen des alten Israel/Palästina anhand des reichen ikonographischen und archäologischen Materials untersuchen, konzentriert sich dieses Projekt auf die Idee des "Einen" in ausgewählten alttestamentlichen Texten und archäologischen Funden. Dabei wird der epistemische Charakter der monistischen Idee des "Einen" dahingehend untersucht, welche Denkstruktur sich dahinter erkennen lässt, welche Merkmale diese Denkstruktur aufweist und warum und wie die revolutionäre Idee des "Einen" in der kulturhistorischen Realität des alten Israel entstehen konnte, deren einflussreiche Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart reicht.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Teilprojekt zu
FOR 5949:
Epistemologie des Göttlichen. Auf der Suche nach den religiösen Denkstrukturen des Alten Palästina/Israel
Mitverantwortliche
Professorin Dr. Eva Cancik-Kirschbaum; Professor Dr. Christoph Horn
