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Jenseits der Zahlen: Vielfalt und Inklusion in Unternehmen neu gedacht

Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575063391
 
Vielfalt und Inklusion (Diversity & Inclusion, D&I) fördern Innovation und Teamleistung, indem sie unterschiedliche Perspektiven und Ideen zusammenbringen. Obwohl bekannt ist, dass diese Vorteile auf Vielfalt im Denken und gelebter Inklusion beruhen, setzen viele Unternehmen und politische Entscheidungsträger D&I weiterhin mit demografischer Repräsentation gleich – gemessen etwa an der Zahl von Frauen oder Minderheiten im Vorstand. Demografische Repräsentation ist wichtig, greift aber zu kurz. Sie ist leicht messbar und wird daher oft als alleiniger Maßstab verwendet. Doch Zahlen sagen wenig darüber aus, ob Mitarbeitende sich gehört und wertgeschätzt fühlen. Ein Unternehmen kann demografische Zielvorgaben erfüllen und trotzdem Stimmen unterdrücken – selbst Angehörige der Mehrheit können sich von Entscheidungen ausgeschlossen fühlen. Unser Projekt schließt diese Lücke: Wir entwickeln ein neues, ganzheitliches D&I-Maß basierend auf der Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Management. Statt nur zu zählen, wer am Tisch sitzt, fragen wir: Fördert das Management aktiv die Ideen aller? Fühlen sich alle gleichbehandelt? Auf dieser Grundlage untersuchen wir, wie Unternehmen Inklusion fördern – und welche Vorteile daraus entstehen: Wie können Unternehmen sicherstellen, dass Minderheiten nicht nur vertreten sind, sondern auch gehört werden? Führt demografische Vielfalt tatsächlich zu mehr Inklusion – wie viele annehmen? Können langfristige Anreizsysteme Führungskräfte motivieren, eine inklusive Kultur zu schaffen? Und welchen konkreten Nutzen hat das für Unternehmen? Unser Projekt verfolgt drei zentrale Ziele: 1. D&I MESSEN: Wir entwickeln ein D&I-Maß, das über demografische Merkmale hinausgeht – mittels Textanalysen und maschinellem Lernen. Es basiert auf Mitarbeiterbewertungen, Zufriedenheitsunterschieden zwischen Gruppen und dem Ton des Managements in Analystengesprächen. Die öffentlich zugänglichen Daten umfassen weltweit Unternehmen von 2009 bis 2024 und ermöglichen internationale Längsschnittanalysen. 2. DETERMINANTEN VON D&I: Wir untersuchen, welche Governance-Mechanismen D&I stärken – etwa Geschlechterquoten im Vorstand und langfristig orientierte CEO-Vergütung. Mithilfe quasi-experimenteller Variation – z. B. gestaffelter Regulierung oder knapper Abstimmungsergebnisse – wollen wir kausale Zusammenhänge besser identifizieren als bisherige Studien. 3. BETRUGSPRÄVENTION DURCH D&I: Wir analysieren, ob starke D&I-Strukturen Bilanzbetrug erschweren – mit Daten börsennotierter US-Unternehmen und SEC-Verfahren. Unsere Hypothese: Inklusive Kulturen senken die Hemmschwelle, Missstände anzusprechen, und erschweren unethisches Verhalten. Unsere Ergebnisse sollen Unternehmen, Forschung und Politik Orientierung bieten. Mit der Veröffentlichung unseres D&I-Maßes schaffen wir außerdem eine Basis für künftige Forschung zu gelebter Vielfalt und Inklusion.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Dänemark
Kooperationspartner Dr. Sebastian Oelrich
 
 

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