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Entwicklung von submarinen Kanalsystemen am Beispiel der Morphologie und Stratigraphie des Northwest Atlantic Mid-Ocean Channel, Labradorsee
Antragsteller
Professor Dr. Sebastian Krastel
Fachliche Zuordnung
Physik des Erdkörpers
Geologie
Geologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575615999
Der Northwest Atlantic Mid-Ocean Channel (NAMOC) ist der längste bekannte Tiefseekanal der Welt. Er erstreckt sich über 4000 km von der Hudson Strait durch die Labradorsee, umrundet die Grand Banks und endet an der nördlichen Grenze der Sohm Tiefseeebene. Große Mengen Sediment wurden durch den NAMOC im Quartär von Land in die Tiefsee transportiert. Der NAMOC weist ähnliche Merkmale wie Flusssysteme auf, z.B. Nebenarme, Mäander, Uferwälle, Gleithänge, verschiedene (inklusive „Yazoo-artige“) Zuflüsse und einen markanten Talweg. Die detaillierte Morphologie und Morphometrik des Systems sind jedoch nicht bekannt. Das System wurde auch nicht unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Wissens über natürlich auftretende Trübeströme und den Transport von Nährstoffen in die Tiefsee interpretiert. Im Rahmen der Expedition MSM102 des Forschungsschiffs Maria S. Merian wurden entlang eines 2000 km langen Abschnittes des NAMOC neue hydroakustische und seismische Daten aufgezeichnet sowie an ausgewählten Lokationen Sedimentkerne gewonnen. Dieser Antrag zielt darauf ab, die Entwicklung des NAMOC über geologische Zeiträume hinweg zu rekonstruieren, seinen aktuellen Status zu untersuchen und die Quelle der Sedimente, ihren Transportmechanismus innerhalb des NAMOCs sowie das Potenzial als Kohlenstoff-, Müll- und Nährstoffsenke zu analysieren. Ein solches Verständnis ist entscheidend für die Einschätzung der Rolle des NAMOCs für den Transport von Sedimenten vom Land in die Tiefsee als Reaktion auf das Schmelzen der nordamerikanischen und grönländischen Eisschilde.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Großbritannien, Kanada
Mitverantwortlich
Dr. Ingo Klaucke
Kooperationspartner
Kai Boggild; Professor Dr. David C. Mosher; Dr. Chris Stevenson
