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Entwicklung von submarinen Kanalsystemen am Beispiel der Morphologie und Stratigraphie des Northwest Atlantic Mid-Ocean Channel, Labradorsee

Fachliche Zuordnung Physik des Erdkörpers
Geologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575615999
 
Der Northwest Atlantic Mid-Ocean Channel (NAMOC) ist der längste bekannte Tiefseekanal der Welt. Er erstreckt sich über 4000 km von der Hudson Strait durch die Labradorsee, umrundet die Grand Banks und endet an der nördlichen Grenze der Sohm Tiefseeebene. Große Mengen Sediment wurden durch den NAMOC im Quartär von Land in die Tiefsee transportiert. Der NAMOC weist ähnliche Merkmale wie Flusssysteme auf, z.B. Nebenarme, Mäander, Uferwälle, Gleithänge, verschiedene (inklusive „Yazoo-artige“) Zuflüsse und einen markanten Talweg. Die detaillierte Morphologie und Morphometrik des Systems sind jedoch nicht bekannt. Das System wurde auch nicht unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Wissens über natürlich auftretende Trübeströme und den Transport von Nährstoffen in die Tiefsee interpretiert. Im Rahmen der Expedition MSM102 des Forschungsschiffs Maria S. Merian wurden entlang eines 2000 km langen Abschnittes des NAMOC neue hydroakustische und seismische Daten aufgezeichnet sowie an ausgewählten Lokationen Sedimentkerne gewonnen. Dieser Antrag zielt darauf ab, die Entwicklung des NAMOC über geologische Zeiträume hinweg zu rekonstruieren, seinen aktuellen Status zu untersuchen und die Quelle der Sedimente, ihren Transportmechanismus innerhalb des NAMOCs sowie das Potenzial als Kohlenstoff-, Müll- und Nährstoffsenke zu analysieren. Ein solches Verständnis ist entscheidend für die Einschätzung der Rolle des NAMOCs für den Transport von Sedimenten vom Land in die Tiefsee als Reaktion auf das Schmelzen der nordamerikanischen und grönländischen Eisschilde.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Großbritannien, Kanada
Mitverantwortlich Dr. Ingo Klaucke
 
 

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