Detailseite
Projekt Druckansicht

entDEKung - Entschlüsselung der pro-viralen Rolle des DEK-Proto- Onkogens und Transkriptionsregulators während der HAdV-Infektion

Fachliche Zuordnung Virologie
Zellbiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575760025
 
Humane Adenoviren (HAdV) führen bei immungeschwächten Patienten zu lebensbedrohlichen Infektionen mit einer enorm hohen Sterblichkeitsrate. Zahlreiche Studien zeigen sogar, dass neu entwickelte Virus-Serotypen zirkulieren, die auch bei immunkompetenten Patienten zu schweren Lungenerkrankungen führen können. Die HAdV-Übertragung erfolgt über die Luft, Wasser oder kontaminierte Oberflächen, da diese Partikel in der Umwelt sehr stabil und über Wochen infektiös sind. In mehreren Berichten wird sogar das Risiko einer bevorstehenden tödlichen Pandemie diskutiert (2). Problematisch ist derzeit, dass weder Impfstoffe für die Bevölkerung noch spezifische Therapieansätze gegen HAdVInfektionen zur Verfügung stehen, weshalb die Patienten in der Klinik nur symptomatisch behandelt werden. Abgesehen davon handelt es sich bei HAdVs um onkogene Viren, die im Verdacht stehen, menschliche Tumore zu verursachen. Alles in allem zeigt uns dies, dass es dringend notwendig ist, die Biologie von HAdV besser zu verstehen, um Therapieoptionen und Interventionsstrategien zu entwickeln. In diesem Zusammenhang haben wir festgestellt, dass das mit dem Wirts-Chromatin assoziierte DEK-Protein eine zentrale Rolle bei der HAdV-Infektion spielt. Dieses DEK-Proto-Onkogen mit transkriptioneller Aktivität stellt ein Wirtsprotein dar, das für die HAdVReplikation und die virale Genexpression von Nutzen ist. Wir stellen die Hypothese auf, dass DEK und das damit verbundene zelluläre Netzwerk einen neuen potenziellen Zielkandidaten für die antivirale Behandlung darstellen. Um den molekularen Hintergrund und die Regulierung im Detail zu verstehen, werden wir die genaue Rolle von DEK während der HAdV-Infektion durch Hochdurchsatzanalysen wie ChIPseq, RNAseq, LS-MS sowie biochemische Analysen aufklären, um die erzielten Ergebnisse zu validieren und den zugrunde liegenden Kontrollmechanismus und das molekulare Netzwerk zu bestimmen.Wir werden die Rolle der posttranslationalen Modifikation DEK klären, die an der epigenetischen Regulierung des Wirts und der Viren, der Kontrolle der Gentranskription und der zellulären Onkogenese beteiligt ist. Wir werden auch Einblicke in die Rolle der DEK-Proteinkonzentration auf die Gewebespezifität und den Tropismus von HAdV, den lytischen und latenten Wechsel während der Infektion und virusabhängige Transformationsereignisse gewinnen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung