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Ansätze zur Beteiligung von Bürger:innen bei der Interpretation der Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten über Gesundheitsinterventionen auf Bevölkerungsebene
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Michael Hauptmann, Ph.D.; Dr. Charlotte Kugler; Dr. Felix Rebitschek
Fachliche Zuordnung
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575781596
Systematische Übersichtsarbeiten fassen die Ergebnisse aller Studien zu einer Fragestellung zusammen, sie sind „Studien über Studien“ und geben einen Überblick über den Stand des Wissens. Mehr und mehr werden Patient:innen oder Bürger:innen in der Forschung beteiligt - so auch bei systematischen Übersichtsarbeiten. Manche systematische Übersichtsarbeiten analysieren Gesundheitsmaßnahmen, die die Bevölkerungsebene ansprechen, wie z. B. eine Zuckersteuer. Sie sollten daher Bürger:innen beteiligen, um wichtige Erwägungen zu verstehen, die Bürger:innen für wichtig halten, wenn sie darüber diskutieren, ob die Ergebnisse die Umsetzung rechtfertigen. Auf diese Weise wird neben der Forscher:innen-Perspektive auch die von Laien berücksichtig. Hierfür müssen Bürger:innen die Ergebnisse allerdings zunächst gut verstehen. Im Projekt soll die Frage beantwortet werden, welche der Kommunikationsformate am besten geeignet ist, um Bürger:innen in die Interpretation der Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten auf Bevölkerungsebene einzubeziehen. Es wird in vier Phasen unterteilt: Vorbereitung, Befragung, Evaluation und Abschluss. In der Vorbereitungsphase wird ein Team aus Wissenschaftler:innen und Bürger:innen, die als Co-Forscher:innen mitwirken, gebildet. Gemeinsam wählen sie zwei Gesundheitsmaßnahmen auf Bevölkerungsebene aus. Anschließend werden drei Formate entwickelt, die die Ergebnisse systematischer Übersichtsarbeiten zu diesen Themen zusammenfassen: eine laienverständliche Zusammenfassung, eine Faktenbox und ein Simulationsformat. In einer Onlinebefragung werden diese Formate an einer Gruppe von ca. 850 Menschen getestet, die die Bevölkerung in Deutschland in Bezug auf Geschlecht, Alter und Bildung widerspiegeln. Sie geben an, wie gut sie die Formate verstehen. In der Evaluation wird das am besten bewertete Format in vier Diskussionsrunden mit Bürger:innen angewendet, um zu testen, wie die Partizipation in der Praxis funktioniert. Zwei Gruppen finden online und zwei vor Ort statt. Die Teilnehmenden diskutieren, ob die Maßnahmen in Deutschland sinnvoll wären. Zum Schluss gibt es eine Auswertung der gesamten Studie, und Forscher:innen und Co-Forscher:innen bewerten den Prozess. Das Projekt dauert insgesamt zwei Jahre.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Dawid Pieper
