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CATMA moves FORWARD (Foundational Overhaul for Research Workflows for Annotations by Requirements-based Design)
Antragstellerin
Professorin Dr. Evelyn Gius
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575795006
CATMA ist ein fortgeschrittenes Open-Source-Tool für die Digital Humanities, das qualitative und quantitative Ansätze zur Textanalyse miteinander verbindet und gleichzeitig die Zusammenarbeit und Reproduzierbarkeit fördert. Sein undogmatisches, flexibles Annotationsframework ermöglicht es Forscher:innen, eigene Tagsets und Interpretationen zu entwickeln, ohne durch starre Taxonomien eingeschränkt zu sein, und so explorativ und interdisziplinär zu forschen. CATMAs modulare Architektur unterstützt einen nahtlosen Arbeitsablauf vom genauen Lesen und Annotieren bis hin zum quantitativen Text Mining und zur Visualisierung, während das Git-basierte Backend und die JSON-API die Interoperabilität mit etablierten Lösungen (z. B. Python, Jupyter, NLTK) gewährleisten. Das langjährige Bestehen von CATMA und seine Verwendung in zahlreichen geförderten Forschungsprojekten und Doktorarbeiten unterstreichen sowohl seine Ausgereiftheit als auch seine anhaltende Relevanz. Durch seinen Schwerpunkt auf kollaborativen Funktionen, standardkonformem Datenexport (TEI-XML) und der Integration in rechnergestützte Pipelines ist es eine skalierbare und nachhaltige Plattform, die sowohl den Anforderungen von Geisteswissenschaftler:innen als auch computationellen Expert:innen gerecht wird. Um das Potenzial von CATMA voll auszuschöpfen und seine langfristige Lebensfähigkeit zu sichern, ist es unerlässlich, die Entwicklungskapazitäten eine Zeitlang zu erhöhen. Sonst läuft CATMA Gefahr, hinter den sich weiterentwickelnden technologischen Standards und Nutzererwartungen zurückzubleiben, was seine Relevanz und Nutzbarkeit gefährden würde. Wichtige Herausforderungen – wie eine veraltete Architektur, eingeschränkte Interoperabilität und eine nicht intuitive Benutzeroberfläche – müssen dringend angegangen werden, um einen wachsenden Wartungsaufwand und Nutzer:innenabwanderung zu verhindern. Die im Projekt vorgeschlagenen Arbeiten konzentrieren sich daher auf vier wesentliche Ergebnisse: eine robuste, gut dokumentierte API für nahtlosen Datenzugriff und Interoperabilität; eine modulare, vollständig entkoppelte Systemarchitektur für die bessere Wartbarkeit und Skalierbarkeit, eine neu gestaltete GUI für erhöhte Nutzerfreundlichkeit und Akzeptanz sowie verbesserte Funktionalitäten für Forschungsbedarfe. Diese Ziele können nicht schrittweise oder ad hoc erreicht werden – sie erfordern konzentriertes Entwicklungs-Know-how.
DFG-Verfahren
Forschungsdaten und Software (Wiss. Literaturversorgung und Informationssysteme)
