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Mechanismen der Müller Glia - Tumorzellkommunikation in der Therapieresistenz von Retinoblastomen

Fachliche Zuordnung Augenheilkunde
Hämatologie, Onkologie
Kinder- und Jugendmedizin
Molekulare und zelluläre Neurologie und Neuropathologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575807044
 
In diesem Projekt werden Mechanismen der Kommunikation zwischen Retinoblastomtumorzellen und Müller Gliazellen aufgedeckt, um neue zielgerichtete Therapien zu etablieren. Retinoblastome (RB) sind die häufigsten malignen Augentumoren im Kindesalter. Zwar ist die Prognose für entsprechende Kinder gut, aber die langfristigen Nebenwirkungen der derzeitigen Therapieansätze sind gravierend (z. B. durch die Enukleation eines Auges). In Vorarbeiten zu diesem Projekt konnte der Antragsteller zeigen, dass RB-Tumorzellen eine intratumorale, zelluläre Heterogenität aufweisen, mit zwei dominanten Subpopulationen: i. undifferenzierte Stäbchen-ähnliche Tumorzellen (Stä-Tumorzellen) und ii. differenzierte Zapfen-ähnliche Tumorzellen (Za-Tumorzellen). In Einzelzell-RNA-Sequenzierungen von chemotherapie-naiven versus chemotherapie-vorbehandelten RB-Proben überleben Stä-Tumorzellen prädominant die Therapie und wurden deshalb vom Antragsteller als chemotherapieresistent identifiziert. Interessanterweise, co-lokalisieren Stä-Tumorzellen anatomisch mit Müller Gliazellen. In diesem Projekt wird deshalb die Hypothese verfolgt, dass die Kommunikation mit Müller Gliazellen zur Chemotherapieresistenz in Stä-Tumorzellen führt. Um diese Hypothese zu überprüfen, werden in diesem Projekt folgende Experimente durchgeführt: i.) Unter Verwendung von spatialen RNA-Profilen (Xenium Technik) von chemo-naiven und chemo-vorbehandelten humanen Retinoblastomproben, wird aufgeklärt welchen Einfluss Müller Gliazellen auf benachbarte Tumorzellen haben. ii.) Die Interaktion von Müller Gliazellen mit RB-Tumorzellen wird in innovativen RB-Retina-Organoiden experimentell evaluiert. Diese in Vorarbeiten etablierten Organoide enthalten Müller Glia und RB-Tumorzellen zugleich und eignen sich hervorragend um durch immunhistochemische, Einzelzell-RNA-Sequenzierung und Spatiale RNA Profile den Einfluss von Müller Glia auf RB-Tumorzellen zu detektieren. Mittelfristiges Ziel dieses Projekts ist die Vermeidung von Chemotherapieresistenzen in RB-Patienten durch die Blockierung der Kommunikation zwischen Müller Glia und RB-Tumorzellen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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