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Epistemische Zentren oder Netzwerke: Auf dem Weg zu einer Epistemologie des Göttlichen als den Vielen
Antragstellerin
Professorin Dr. Angelika Berlejung
Fachliche Zuordnung
Evangelische Theologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 554535105
Das Projekt wird eine historische Untersuchung der Epistemologie des Göttlichen in Palästina/Israel (Westjordanland) im ersten Jahrtausend v. Chr., hauptsächlich in der Eisenzeit I-III (1200-538 v. Chr.), durchführen. Grundlage dafür ist die Analyse von Heiligtümern und ihren kultischen Ensembles (Inventar, Votive etc.), die als äußere Repräsentationen religiösen Denkens, als Aufbewahrungsorte religiösen Wissens und als Strategien religiösen Handelns und religiöser Kommunikation angesehen werden. Unter Verwendung aktueller Methoden der Religionsarchäologie, digital tools und der sozialen epistemischen Netzwerkanalyse (SENA) wird das Ziel außerdem darin bestehen, eine räumliche Analyse durchzuführen und regionale Phänomene genau zu modellieren, um ein umfassendes Verständnis der entdeckten Überreste und Artefakte, ihrer Verteilung innerhalb des heiligen Raums, aber auch der Verteilung der Heiligtümer, ihrer Interaktion und Funktion als epistemische Zentren oder Netzwerke in Bezug auf natürliche Ressourcen, Landnutzung, Siedlungsmuster, Handels- und Kommunikationswegen zu erreichen. Durch eine interdisziplinäre Kombination aus archäologischen, epigraphischen, epistemologischen und digitalen Zugängen werden epistemische Strategien, Zentren oder Netzwerke und religiöse Instanzen, die das religiöse Wissen und die dahinterstehenden Denkstrukturen geprägt haben, identifiziert, gesammelt, bewertet, analysiert, untersucht, interpretiert und rekonstruiert. Während die Teilprojekte 1 und 2 die Epistemologie des Göttlichen und deren Weitergabe hauptsächlich durch Schrift und die Übermittlung von Texten an zukünftige Generationen diskutieren und Teilprojekt 3 ikonografisches Material untersucht, konzentriert sich das Projekt auf Heiligtümer und ihre kultischen Assemblagen als Institution und Aufbewahrungsort religiösen Wissens. Wir verstehen kultische Architektur und Ensembles als Medien und Objektivierungen der religiösen Wissensvermittlung, die uns Einblicke in regionale Unterschiede in der sozialen Konstruktion des Göttlichen geben. Mit seinem regionssensiblen diachronen (Arbeitsprogramm des post-Doc) und synchronen (Arbeitsprogramm des PI) Ansatz leistet das Projekt einen Beitrag zur Geschichte des Wissens über das Göttliche in vormodernen Zeiten und zur (Re-)Konstruktion der dahinterstehenden Denkstrukturen sowie zu neuen Erkenntnissen über die historischen Wurzeln modernen religiösen Denkens und religiöser Praktiken.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
Teilprojekt zu
FOR 5949:
Epistemologie des Göttlichen. Auf der Suche nach den religiösen Denkstrukturen des Alten Palästina/Israel
Internationaler Bezug
Israel
Kooperationspartner
Professor Dr. Ido Koch
