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Molekulare Charakterisierung des Kernrezeptors RORγ: virusunterstützende Funktionen, mechanistische Merkmale und Zugänglichkeit für niedermolekulare Wirksubstanzen
Antragsteller
Privatdozent Dr. Friedrich Hahn
Fachliche Zuordnung
Virologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575940616
Zahlreiche Viren, darunter das humane Cytomegalovirus (HCMV) oder SARS-CoV-2, beeinflussen grundlegend den Stoffwechsel der Wirtszelle, um ihre Vermehrung zu ermöglichen. Eine noch wenig verstandene Rolle spielt dabei der nukleäre Rezeptor RORγ1, ein Transkriptionsfaktor, der ursprünglich im Zusammenhang mit der Immunregulation beschrieben wurde, aber auch zentrale Stoffwechselwege beeinflusst. Erste Untersuchungen zeigen, dass eine Hemmung von RORγ1 die Vermehrung verschiedener Viren unterdrücken kann. Dieser Antrag zielt darauf ab, die Rolle von RORγ1 im Kontext viraler Infektionen systematisch zu untersuchen. Im Fokus stehen drei Fragen: (1) Welche Partnerproteine bilden funktionelle Komplexe mit RORγ1 in virusinfizierten Zellen? (2) Welche Stoffwechselprozesse werden durch RORγ1 reguliert und wie beeinflusst das die Virusvermehrung? (3) Wie zugänglich ist RORγ1 für pharmakologische Interventionen mit niedermolekularen Wirkstoffen? Als weitere Zielstruktur wird die Enzymfunktion der Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in den Blick genommen, ein Schlüsselenzym der Nukleotidsynthese, das bereits in klinischen Studien mit antiviralen Substanzen untersucht wird. Besonders wirksam zeigten sich neue Substanzen, die sowohl RORγ1 als auch DHODH gleichzeitig hemmen. Diese sogenannten Dualinhibitoren sollen in diesem Projekt ebenfalls untersucht werden. Ziel des Projekts ist ein vertieftes Verständnis der Rolle von RORγ1 bei Virusinfektionen. Die Erkenntnisse sollen zur Entwicklung neuer, wirtsgerichteter antiviraler Strategien beitragen, die breit gegen verschiedene Viren wirksam sein könnten, ein Ansatz, der gerade im Hinblick auf zukünftige Pandemien von großer Relevanz ist.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
