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Räumliche Phosphoproteomik and Extrazelluläre Vesikel von Pankreaskrebstumoren und -plasma zur Beschreibung von interzellulärer Kommunikation zwischen Tumor und seiner zellulären Umgebung
Antragstellerin
Luisa Schmidt
Fachliche Zuordnung
Zellbiologie
Biochemie
Biochemie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 575984138
Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist eine weitverbreitete und aggressive Krebsform, die durch Mutationen in Onkogenen wie KRAS und EGFR sowie in Tumorsuppressoren wie TP53 und SMAD4 vorangetrieben wird. Diese Gene regulieren das Zellwachstum, das Überleben, sowie die Metastasierung. PDAC wird häufig erst in späten Stadien diagnostiziert, wobei insbesondere die Mechanismen der Immunevasion die dringende Notwendigkeit nach Biomarkern für eine frühzeitige Diagnose unterstreichen. Trotz intensiver Forschung sind die komplexen Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und dem Tumorzellmikromilieu (TME) noch nicht vollständig verstanden. Das TME spielt eine zentrale Rolle bei der Immunevasion, der Metastasierung und der Therapieresistenz. Extrazelluläre Vesikel (EVs) sind kleine membranumhüllte Partikel, die von Zellen freigesetzt werden, und ermöglichen die interzelluläre Kommunikation. EVs gelten als potenzielle Biomarker für nicht-invasive Flüssigbiopsien, da sie Proteine, Nukleinsäuren, Lipide und Metabolite transportieren, welche die charakteristischen Merkmale des Tumors widerspiegeln. Ziel dieses Projekts ist es, das räumliche Phosphoproteom von PDAC-Tumoren zu nutzen, um zelluläre Mechanismen und die interzelluläre Kommunikation innerhalb des TME besser zu verstehen, sowie die funktionelle Dynamik von EVs im Plasma von PDAC-Patienten zu untersuchen. Die Forschungsarbeit kombiniert die räumliche Isolation mittels Laser-Capture-Mikrodissektion (LCM), die proteomische Probenvorbereitung und die sequentielle Anreicherung phosphorylierter Peptide. Ergänzend werden nicht-invasive Flüssigbiopsien von Patienten für die Anreicherung von EVs eingesetzt. Durch die Integration dieser Ansätze mit Zellkulturexperimenten und immunhistochemischen Validierungen soll das Verständnis der Mechanismen der Immunevasion vertieft und die Identifikation früher Biomarker ermöglicht werden. Durch die Entdeckung neuer therapeutischer Zielstrukturen und Biomarker kann dieses Projekt einen Beitrag zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin leisten und zu wirksameren, individuell angepassten Therapien führen. Gleichzeitig liefert es tiefere Einblicke in die Tumorbiologie, insbesondere in die komplexe Kommunikation im Tumorzellmikromilieu, und ebnet somit den Weg für verbesserte Behandlungsansätze bei PDAC.
DFG-Verfahren
WBP Stipendium
Internationaler Bezug
Dänemark
Gastgeber
Professor Dr. Jesper Velgaard Olsen
