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Stereoskopische Tiefeninformation für Displaygestaltung und Aufmerksamkeitslenkung
Antragsteller
Dr.-Ing. Andre Dettmann; Professor Dr. Wolfgang Einhäuser-Treyer
Fachliche Zuordnung
Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Mensch-Maschine-Systeme
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576013257
Während natürlichen Sehens empfangen beide Augen jeweils leicht unterschiedliche, gegeneinander lateral versetzte Bilder. Aus diesem Versatz – der Disparität – kann das visuelle System des Menschen Tiefeninformation gewinnen, welche bei gewöhnlichen, zweidimensionalen Anzeigegeräten, fehlt. In der jüngeren Vergangenheit finden Anzeigegeräte, die in der Lage sind, dreidimensionale Information darzustellen, zunehmend auch in professionellen Anwendungen Verbreitung, insbesondere solche, die ohne zusätzliche Geräte (z.B. Shutter-Brillen) auskommen, sogenannte autostereoskopische Displays (ASDs). Da die meisten Normen und Empfehlungen zur Nutzung von Anzeigegeräten jedoch für zweidimensionale Darstellungen entwickelt wurden, besteht eine Forschungslücke zur Frage, wie ASDs sinnvoll und zielführend eingesetzt werden können und dabei Tiefeninformation zu einer Verbesserung der Nutzbarkeit (usablity), des Nutzerempfindens (user experience - UX) sowie zur Verbesserung der visuelle Wahrnehmungsleistung verwendet werden können. Diese Lücke soll durch das hier beantragte Projekt geschlossen werden. Das Projekt gliedert sich in zwei parallel zu bearbeitende inhaltliche Teile. Im ersten sollen mit experimentell präzise kontrollierten Reizen Nutzungsparameter und -bereiche von ASDs charakterisiert werden. Dabei wird insbesondere das Wechselspiel zwischen Tiefeninformation und anderen Merkmalen (Größe, Farbe, usw.) untersucht, um praxisrelevante Empfehlungen zu erreichen. Im dazu komplementären zweiten Teil werden die Effekte stereoskopischer Tiefe und ihre Interaktion mit andere Bildmerkmalen bei der Betrachtung natürlicher Reize untersucht. In beiden Fällen wird sowohl freie Betrachtung als auch visuelle Suche untersucht. Methodisch wird mittels Augenbewegungsmessung (Eyetracking) die räumliche Aufmerksamkeitszuwendung charakterisiert und Usability sowie UX mittels Fragebögen kontinuierlich erfasst. Zusammengenommen ergibt sich ein vollständiges Bild der Nutzung von ASDs mit komplexen Reizen und der Interaktion zwischen stereoskopischer Tiefeninformation und anderen Informationsquellen. Mittelfristig sollen die erwarteten Ergebnisse zu einem gezielteren Einsatz von stereoskopischer Information – insbesondere von ASDs – im Arbeitskontext führen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
