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Light-Sheet Fluoreszenzmikroskopie-System
Fachliche Zuordnung
Medizin
Förderung
Förderung in 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576022497
Die Light-Sheet Fluoreszenzmikroskopie (LSFM) ermöglicht die hochauflösende, dreidimensionale Abbildung biologischer Proben bei gleichzeitig minimaler phototoxischer Belastung. Das Verfahren beruht auf der Erzeugung eines dünnen Lichtblattes durch optische Formung eines Laserstrahls. Dieses Lichtblatt beleuchtet die Probe ausschließlich in einer exakt definierten Ebene. Die Emission der angeregten Fluorophore wird rechtwinklig zur Beleuchtung über ein Weitfeld-Fluoreszenzmikroskop detektiert. Dadurch wird eine optische Schnittebene mit hoher axialer Auflösung erzeugt. Im Unterschied zur konventionellen Weitfeld- oder konfokalen Mikroskopie ist die Tiefenausdehnung des detektierten Signals klar begrenzt, was zu einem deutlich verbesserten Signal-Rausch-Verhältnis und höherem Bildkontrast führt. LSFM erlaubt die schnelle, volumetrische Erfassung großer, optisch geklärter biologischer Proben – etwa kompletter Organe oder ganzer Organismen – bei minimaler Schädigung des Präparats. Durch die reduzierte Phototoxizität und geringes Photobleichen bleibt die Probe auch für weiterführende histologische, immunhistochemische oder mechanische Analysen nutzbar. Im Vergleich zu anderen zerstörungsfreien bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) bietet LSFM eine überlegene räumliche Auflösung im subzellulären Bereich. Mit dem hier beantragten LSFM-System soll die bestehende Core Facility Fluoreszenzmikroskopie an der Universität Oldenburg ausgebaut werden. Fünf Forschungsgruppen aus zwei Fakultäten (Medizin und Naturwissenschaften) planen den Einsatz für eine Vielzahl biomedizinischer Fragestellungen. Dabei werden präparierte Gewebe und Organe von Maus, Zebra-fisch, Regenbogenforelle und Humanproben untersucht. Im Fokus stehen unter anderem: die Untersuchung der Gehirnentwicklung bei der Maus mit Fokus auf Lipid-Protein-Interaktionen, die Erstellung eines 3D-Gehirnatlas der Regenbogenforelle sowie die Analyse neuro-naler Faserverbindungen in Zebrafischlarven, Untersuchungen zur neuronalen De- und Regeneration sowie zur Regeneration der Tränendrüse, Studien zu optogenetisch induzierten ischämischen Schlaganfällen und den Auswir-kungen von „Cortical Spreading Depolarization“, Analysen der Hirnaktivität unter magnetischer Reizung. Darüber hinaus gibt es Projekte außerhalb des zentralen Nervensystems, etwa zur Invasion und Immunmodulation kolorektaler Tumoren sowie zur Interaktion des Blut- und Lymphsystems. LSFM ist für all diese Fragestellungen essenziell, da sie durch das Verfahren hochauflösende 3D-Daten bei minimalinvasiver Probenbehandlung erhalten. Der Ausbau der Core Facility mit einem LSFM-System stellt daher eine strategische Investition in die methodische Infrastruktur der Universität Oldenburg dar und stärkt die standortübergreifende biowissenschaftliche Forschung nachhaltig.
DFG-Verfahren
Forschungsgroßgeräte
Großgeräte
Light-Sheet Fluoreszenzmikroskopie-System
Gerätegruppe
5040 Spezielle Mikroskope (außer 500-503)
Antragstellende Institution
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
