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Selbstregulierte Zielanpassung bei Schüler*innen verstehen und fördern
Antragstellerin
Professorin Dr. Maria Theobald
Fachliche Zuordnung
Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576126466
Ziele zu setzen und anzupassen gehört zum schulischen Alltag, etwa beim Erlernen neuer Inhalte. Dabei müssen Kinder nicht nur festlegen, was sie erreichen möchten, sondern auch, wie sie dabei vorgehen möchten. Sie entscheiden beispielsweise, ob sie einfache oder schwierige Aufgaben üben möchten. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder erfolgreicher lernen, wenn sie ihre Ziele flexibel an ihre Fähigkeiten und ihren Lernfortschritt anpassen. Ein Beispiel für adaptive Zielanpassung ist, dass Lernende schwierigere Aufgaben wählen, wenn sie ihr Ziel ohne große Anstrengung erreicht haben, oder leichtere Aufgaben, wenn sie ihr Ziel trotz großer Anstrengung verfehlt haben. Ob Kinder ihre Ziele hinsichtlich der Auswahl der Aufgabenschwierigkeit tatsächlich basierend auf vorheriger Leistung und Anstrengung anpassen und inwiefern sich dies auf ihren Lernerfolg auswirkt, ist jedoch weitgehend unklar. Zudem fehlen Erkenntnisse darüber, wie eine adaptive Zielanpassung gefördert werden kann. Ziel des Projekts ist es daher, besser zu verstehen, wie Kinder ihre Lernziele anpassen und ob Feedback diesen Prozess unterstützen kann. Dazu wird untersucht, ob Kinder ihre Ziele auf Basis ihrer bisherigen Leistung und der empfundenen Anstrengung verändern und wie sich diese Anpassungen auf das Lernen eines naturwissenschaftlichen Konzepts auswirken. Zudem wird erforscht, ob elaboriertes Feedback – etwa Informationen zur Zielerreichung und konkrete Vorschläge zur Zielanpassung – diesen Prozess verbessern kann. Das Projekt umfasst 2 Studien mit insgesamt 246 Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren. In dieser Altersgruppe gewinnt selbstreguliertes Lernen zwar zunehmend an Bedeutung, variiert jedoch noch stark. In Studie 1 bearbeiten die Kinder physikalische Aufgaben zur Hebelwirkung auf unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus. Vor jedem der insgesamt 6 Aufgabenblöcke mit je 7 Aufgaben setzen sie sich Ziele bezüglich der Aufgabenschwierigkeit (6-stufig, einfach bis schwer). Nach jedem Block schätzen sie ihre Leistung und die investierte Anstrengung ein. Im Anschluss wird untersucht, ob sie ihre Ziele in Abhängigkeit von Zielerreichung und Anstrengung im Folgeblock anpassen. Zudem wird geprüft, ob eine adaptive Zielanpassung mit einem stärkeren Lernzuwachs über die Lernphase hinweg einhergeht. In Studie 2 wird die Art des Feedbacks experimentell variiert. Neben einer Kontrollgruppe, die nur Ergebnisfeedback zur korrekten Antwort pro Aufgabe erhält, gibt es 3 Experimentalgruppen, die zusätzlich entweder metakognitives Feedback mit Informationen zur Zielerreichung, personalisierte Strategievorschläge zur Zielanpassung oder eine Kombination aus beiden Formen erhalten. So kann untersucht werden, welche Art von Feedback eine adaptive Zielanpassung am besten unterstützt. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für evidenzbasierte Förderansätze der adaptiven und selbstregulierten Zielanpassung im Schulkontext bilden, die die unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen berücksichtigen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortlich
Professor Dr. Garvin Brod
