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Die rechtlichen Determinanten von “Equity” in Gesundheitlichen Notlagen internationaler Tragweite (PANDEQUITY)

Fachliche Zuordnung Öffentliches Recht
Politikwissenschaft
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576151394
 
Jüngste gesundheitliche Notlagen von internationaler Tragweite, wie die COVID-19-Pandemie und der Mpox-Notstand, haben Forderungen zahlreicher Staaten und nichtstaatlicher Akteure nach mehr „Equity“ (Gerechtigkeit) im Völkerrecht und in der globalen Gesundheitsgovernance ausgelöst. Dieser Begriff spielt eine zentrale Rolle sowohl bei den 2024 verabschiedeten Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) als auch im Text des Pandemieabkommens, das im Mai 2025 bei der Weltgesundheitsorganisation angenommen wurde. Was der Begriff in der Praxis jedoch konkret bedeutet, ist nach wie vor umstritten. Das Projekt PANDEQUITY widmet sich der komplexen Rolle des Völkerrechts als bestimmendem Faktor für „Equity“ in gesundheitlichen Notlagen internationaler Tragweite. Im Fokus steht insbesondere, wie unterschiedliche Bereiche des Völkerrechts – und die Auslegung spezifischer Normen durch verschiedene Akteure – nicht nur zu divergierenden Auffassungen darüber führen, was „Equity“ in verschiedenen Szenarien erfordert, sondern auch zu rechtlichen und politischen Dynamiken, die die Verwirklichung jeglicher substantieller Vorstellung von „Equity“ in globalen Gesundheitskrisen insgesamt erschweren. Eine solche Ausgangslage erfordert eine vertiefte interdisziplinäre Untersuchung der Gründe für unterschiedliche Auslegungen des Begriffs „Equity“; der Frage, wie und warum bestimmte Akteure spezifische Interpretation vertreten oder den Begriff sogar gänzlich ablehnen; sowie der Rolle bestehender völkerrechtlicher Normen bei der Förderung oder Behinderung von „Equity“ in Gesundheitsnotlagen. Das Projekt kombiniert konzeptionelle und methodologische Werkzeuge aus dem Völkerrecht und der Internationalen Beziehungen. Es beginnt mit einer Kartierung der unterschiedlichen Auslegungen des Begriffs „Equity“ in verschiedenen Bereichen des Völkerrechts und durch verschiedene staatliche, nichtstaatliche und hybride Akteure in einer fragmentierten globalen Gesundheitsgovernance-Landschaft. Mithilfe sozialwissenschaftlicher Inhaltsanalyse und völkerrechtlicher Auslegungsmethoden untersucht PANDEQUITY die divergierenden Verständnisse von „Equity“ in unterschiedlichen politischen Kontexten. In einem zweiten Schritt wird auf Grundlage eigener Interviewdaten untersucht, welche Beweggründe hinter den jeweiligen Auslegungen stehen und welche Auswirkungen diese auf die Chancen haben, (Formen von) Equity in der globalen Gesundheit zu verwirklichen. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll in Zusammenarbeit mit weiteren Expert:innen ein „Consensus Statement“ erarbeitet werden, das ein umfassendes und handhabbares Verständnis davon bietet, was unter dem Begriff „Equity“ in gesundheitlichen Notlagen völkerrechtlich gefordert ist. Dieses soll verschiedenen Akteursgruppen – etwa politischen Entscheidungsträgern, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft im weiteren Sinne – insbesondere bei der Umsetzung neuer und bestehender Normen als Orientierung dienen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Großbritannien, Kanada, USA
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Dr. Mark Eccleston-Turner; Professorin Dr. Roojin Habibi; Dr. Alicia Ely Yamin
 
 

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