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Der Einfluss zeitlicher Dichte und visueller Komplexität von Lernvideos auf den Wissenserwerb

Antragsteller Dr. Martin Merkt
Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576849658
 
Trotz der Herausforderungen, die mit der transienten Vermittlung von Informationen in videobasierten Lernmaterialien einhergehen, erfreuen sich Videos sowohl in formellen als auch informellen Lernkontexten großer Beliebtheit. Ausgehend von kognitiven Lerntheorien beschäftigt sich das geplante Projekt mit Eigenschaften von Videos, die beeinflussen, wie viel Zeit Lernenden für die Verarbeitung von Lerninhalten zur Verfügung steht. Diese Eigenschaften umfassen Segmentierung, Pausen sowie Videogeschwindigkeit und werden in diesem Antrag unter dem Konzept „zeitliche Dichte“ zusammengefasst. Während meta-analytische Evidenz positive Effekte von Segmentierung / Pausen und negative Effekte einer Erhöhung der Videogeschwindigkeit über bestimmte Grenzwerte hinaus auf das Lernen nahelegt, offenbart ein Blick in die Originalstudien substanzielle Heterogenität hinsichtlich der beobachteten Effekte. Das geplante Projekt verfolgt das Ziel, diese Heterogenität durch die Untersuchung visueller Komplexität als Moderator aufzulösen. In einem Pilot- und fünf Haupt-Experimenten wird visuelle Komplexität als die Anzahl aufgabenirrelevanter visueller Stimuli in den Lernmaterialien operationalisiert. Konkret untersucht das geplante Projekt, (1) wie sich „zeitliche Dichte“ auf den Wissenserwerb auswirkt, (2) ob der Effekt „zeitlicher Dichte“ durch visuelle Komplexität moderiert wird und (3) inwiefern individuelle Eigenschaften der Lernenden (Vorwissen, Arbeitsgedächtniskapazität, Need for Cognition, Interesse) mit dem Lernerfolg bei Videos von unterschiedlicher „zeitlicher Dichte“ und visueller Komplexität zusammenhängen. Neben der Beantwortung dieser Forschungsfragen liefert das geplante Projekt bei der Formulierung von Multimedia-Designprinzipien zudem die empirische Grundlage für eine umfassendere Integration von theoretischen Überlegungen zu Eigenschaften der Lernmaterialien und Annahmen zur kognitiven Verarbeitung.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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