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Entwicklung von der Adoleszenz bis zur Lebensmitte verstehen—Die Erweiterung der Studie zu Bildungsverläufen und psychosozialer Entwicklung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter (BIJU)
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Michael Becker; Professorin Dr. Naemi Dorothee Brandt; Professor Dr. Simon Grund; Professorin Dr. Jenny Wagner
Fachliche Zuordnung
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576871090
Was macht uns gesund und glücklich? Inwiefern prägen die Quellen, Bedingungen und Entscheidungen der Jugend die Entwicklung bis zur Lebensmitte? Mit diesem Projekt möchten wir zwei zentrale Forschungslücken der aktuellen Literatur zur sozio-emotionalen Entwicklung schließen: Erstens, inwiefern haben jugendliche Entwicklungsquellen anhaltende Wirkungen auf die Entwicklungsverläufe im jungen Erwachsenenalter und bis zur Lebensmitte, sowohl für die Mehrheitsgesellschaft als auch für Minderheiten? Zweitens, welche Rolle spielen alltägliche Erfahrungen und damit verbundene kurzfristige Veränderungen für die Vorhersage der längerfristigen Entwicklung sozio-emotionaler Merkmale im mittleren Erwachsenenalter? Im Einklang mit den Prinzipien der Lebensspannenpsychologie verfolgen wir diese zwei Ziele in drei Schwerpunkten: Erstens konzentrieren wir uns auf interindividuelle Unterschiede in der Persönlichkeitsentwicklung, um die Rolle frühkindlicher Quellen und Bedingungen zu testen. Zweitens untersuchen wir vulnerable Populationen, um Besonderheiten und Ähnlichkeiten in den Entwicklungsverläufen von Personen, die einer sexuellen Minderheit angehören oder einen Migrationshintergrund haben, zu identifizieren. Schließlich entwickeln wir durch unseren methodischen Schwerpunkt auf fehlende Werte und umfangreiche longitudinale Daten innovative Lösungen für die statistischen Herausforderungen in der Lebensspannenpsychologie. Um diese Forschungsziele zu erreichen, besteht ein drigender Bedarf an umfassenden Daten nicht nur im mittleren Erwachsenenalter, sondern von Individuen über mehrere Entwicklungsphasen hinweg, Informationen zu Entwicklungsquellen aus der Jugend und dem jungen Erwachsenenalter, sowie kurz- und langfristige Entwicklungsdaten. Das aktuelle Projekt beantragt daher finanzielle Mittel, um die BIJU-Studie fortzusetzen. BIJU ist die umfassendste und zweitlängste europäische Studie, die bisher mehr als 4.000 Personen über 30 Jahre ab der frühen Adoleszenz begleitet hat. Zusätzlich zeichnet sich BIJU durch die umfangreiche Erhebung von Informationen auf Personen- und Kontextebene aus, bei denen sowohl subjektive (z.B. soziale Beziehungserfahrungen, mentale Gesundheit) als auch objektive (z.B. kognitive Fähigkeiten, elterliche sozioökonomische Ressourcen) Indikatoren erhoben wurden. Mit der Erweiterung der BIJU-Studie um eine weitere Welle können wir eine Vielzahl früher Entwicklungsquellen in der dynamischen Phase der Adoleszenz und des jungen Erwachsenenalters hinsichtlich ihres Einflusses auf die langfristige Entwicklung sozio-emotionaler Merkmale bis zur Lebensmitte untersuchen. Das Projekt trägt dazu bei, das allgemeine Verständnis der Entwicklung durch die differenzierte Betrachtung zweier Minderheiten zu spezifizieren. Schließlich stellen wir die methodischen Herausforderungen komplexer Längsschnittdaten in den Mittelpunkt, entwickeln innovative Lösungen und unterstützen andere Forschende dabei, ähnliche Herausforderungen zu bewältigen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
