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Regierungsweisen und ihre Verkörperungen: Eine multiskalare Analyse von Wohnungslosigkeitspolitiken in Münster und Dortmund.
Antragsteller
Dr. Tobias Breuckmann
Fachliche Zuordnung
Humangeographie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 576971422
Die Lebensrealität vieler wohnungsloser Personen in der Stadt führt zu Krankheit bis zum stark verfrühten Tod. Neben ordnungspolitischer Verdrängung und Gewalt sind es auch sozialstaatliche Institutionen und sozialarbeiterische Einrichtungen, die Wohnungslosigkeit teils aktiv (re-)produzieren und wohnungslose Körper prekarisieren. Diese städtischen Zugriffe und ihre Verkörperungen materialisieren sich im Kontext von Wohnungslosigkeitspolitiken auf mehreren Maßstabsebenen. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, am Beispiel von Münster und Dortmund die Wirkungsweisen von Wohnungslosigkeitspolitiken über mehrere Maßstabsebenen hinweg zu analysieren. Dabei soll einerseits herausgearbeitet werden, wie sozial-, wohnungs- und sicherheitspolitische Maßnahmen in der Stadt auf Wohnungslose einwirken und sich in ihre Körper einschreiben, aber auch, welche Strategien Betroffene und zivilgesellschaftliche Gruppen ihrerseits entwickeln, um ihre Lage zu verbessern. Andererseits soll verstanden werden, wie sich Wohnungslosigkeitspolitiken auf mehreren Maßstabsebenen materialisieren und wie sie Institutionen und Bearbeitungsweisen auf anderen Maßstabsebenen beeinflussen. Das Projekt leistet einen Beitrag zur noch jungen kritisch-geographischen Wohnungslosigkeitsforschung in Deutschland, indem es erstens zu einem besseren Verständnis der Machteffekte von Regierungsweisen in diesem Feld beiträgt und zweitens die Forschung über Wohnungslosigkeit um bislang wenig ausgearbeitete partizipative Forschungsansätze mit Betroffenen ergänzt. Die Verbindung von feministischer Verkörperungstheorie, kritisch-geographischer Gouvernementalitätsforschung, materialistischer Staatstheorie und machtsensibler Skalenanalyse erlaubt es, die Aushandlung von institutionellen und städtischen Machtverhältnissen auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen zu erfassen und vom Staat bis zum Körper empirisch nachzuvollziehen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
