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Holozäne Trockenheits- und Feuergeschichte der Oberrheinregion (DaFUR)
Antragsteller
Professor Dr. Frank Preusser
Fachliche Zuordnung
Paläontologie
Geologie
Physische Geographie
Geologie
Physische Geographie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577167961
Der künftige Klimawandel wird wahrscheinlich die Häufigkeit ausgeprägter Sommertrockenheit erhöhen, was sich stark auf die Ökosysteme in Europa auswirken wird. Vor allem Moorgebiete werden aufgrund der geringen Wasserversorgung betroffen sein, und die Anzahl und Intensität von Waldbränden könnte erheblich zunehmen. Eine Möglichkeit, die potenziellen Auswirkungen des zukünftigen Klimawandels, einschließlich Trockenheit und Brandgefahr, auf Ökosysteme der Mittelgebirge zu bewerten, besteht darin, ihre Reaktion auf vergangene Klimaschwankungen zu verfolgen. Moore sind hervorragende Archive vergangener Umweltbedingungen, da sie organische Fragmente wie Pollen und Holzkohlepartikel bewahren. Allerdings wurde die Geschichte der Torfentwicklung im Schwarzwald und in den Vogesen nur selten hinsichtlich mit Fokus auf prähistorische Waldbrände und Trockenheitsphasen untersucht, wobei in einigen Veröffentlichungen Ablagerungslücken oder geringen Sedimentationsraten während Teilen des Holozäns vermerkt wurden. Eine Eingrenzung der geographischen und zeitlichen Ausdehnung solcher Ereignisse wird es ermöglichen, die Auswirkungen von Klimaschwankungen auf das Torfwachstum zu beurteilen. Darüber hinaus kann die Analyse genutzt werden, um Informationen über die Brandgeschichte zu gewinnen, und die enthaltende minerogene Komponente ist ein Proxy für den Staubeintrag. Ziel dieses Projekts ist es, einen Beitrag zur Kenntnis der Dynamik von Mooren und Wäldern in der Oberrheinregion zu leisten, indem Wasserstress (Dürren) in Feuchtgebieten und die Häufigkeit von Waldbränden während des Holozäns (letzte 11 500 Jahre) ermittelt wird. Informationen über den Staubeintrag sollen als Indikator für die Umweltbedingungen und atmosphärische Zirkulation zudem gewonnen werden. Dies wird durch die Analyse von Sedimentkernen aus Mooren im Schwarzwald und in den Vogesen erreicht. Für die Rekonstruktion von Dürreperioden wird ein besonderer Schwerpunkt auf der präzisen Datierung liegen, wobei Störungen des Torfwachstums durch eine Kombination aus hochauflösenden palynologischen Untersuchungen, Lumineszenz-Screening und Radiokohlenstoffdatierung von Makrofossilien identifiziert werden sollen. Stabile Isotope in Biolipiden werden als Proxy für die vergangenen Umweltbedingungen an ausgewählten Standorten getestet. Die Konzentration an Holzkohlepartikeln, welche die Häufigkeit von Waldbränden widerspiegelt, wird sowohl durch klassische Zählung als auch durch einen innovativen Ansatz mit dem Morphologi 4ID-Gerät bestimmt werden. Geochemische Analysen des minerogenen Anteils der Ablagerungen werden es ermöglichen festzustellen, ob diese Komponente mit lokalem Oberflächenabfluss oder mit Staubeintrag zusammenhängen. Die Identifizierung spezifischer Quelle des Materials (Oberrheinebene oder Sahara) kann Informationen über die allgemeinen klimatischen Bedingungen liefern. Insgesamt dürfte die Analyse der vergangenen Dynamik hilfreiche Einblicke in mögliche zukünftige Entwicklungen liefern.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Australien, Frankreich, Schweiz
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Dr. Célia Beaudouin; Dr. Samuel K. Marx; Dr. Jan-Hendrik May; Dr. Claire Rambeau; Professor Dr. Vincent Robin; Professor Dr. Sönke Szidat; Professor Dr. Hendrik Vogel
