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Die Kognitive Architektur des Präferenzerwerbs: Durchschnittlichkeit, Typizität, und Valenz

Fachliche Zuordnung Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577261509
 
Die wesentlichen Ziele des Vorhabens bestehen darin, die Mechanismen hinter der „Beauty-in-Averageness“ (BiA) oder Prototypen-Präferenz zu untersuchen, ein Phänomen, bei dem Menschen durchschnittliche Exemplare einer Kategorie bevorzugen. Die dominante Erklärung dieses Phänomens ist, dass durchschnittliche Exemplare leichter verarbeitet werden können. Unsere eigenen Arbeiten zeigen jedoch, dass durchschnittliche Exemplare auch eher zentrale Kategorieneigenschaften erben, darunter die Valenz der Kategorie. Dies führt zu einem umgekehrten BiA-Effekt bei negativen Kategorien – ein Befund, der der Leichtigkeitserklärung widerspricht. Aufbauend auf diesem Wissensstand soll ein neues Modell namens „AVerageness and Valence In CATegories (AVICAT)“ entwickelt und getestet werden. Dieses Modell integriert unseren bisherigen Valenz-Ansatz mit Forschung zu Kategorisierung und Sampling. Das Modell ermöglicht präzise Vorhersagen, wann welche Art von Kategorienexemplaren bevorzugt wird – abhängig von der Kategorienstruktur, der Kategorienvalenz sowie der Erfahrung mit einer Kategorie. Das Projekt ist in drei Arbeitspakete unterteilt: 1. Einfluss der Kategorienvalenz auf BiA: Dieses Paket untersucht die spezifischen kognitiven Prozesse, durch die sich Kategorienvalenz auf BiA auswirkt. Drei mögliche Prozesse werden in insgesamt drei Experimenten getestet. 2. Unterschied zwischen Durchschnittlichkeit und Typizität: Das Modell differenziert zwischen „durchschnittlich“ und „typisch“. Während Durchschnittlichkeit oft als „typisch“ wahrgenommen wird, hat Kategorisierungsforschung Situationen aufgezeigt, in denen dies nicht zutrifft. In diesem Arbeitspaket werden drei solcher Randbedingungen identifiziert, in denen Durchschnittlichkeit zu geringeren Effekten der Kategorienvalenz führt – und damit zu „normalen“ BiA-Effekten in negativen Kategorien. Dies wird in drei Experimenten getestet. 3. Einfluss von Sampling: Dieses Paket untersucht, wie BiA-Effekte in natürlichen Umgebungen entstehen können, in denen Menschen positive Kategorien häufiger proaktiv aufsuchen („samplen“) als negative Kategorien. Das Modell ermöglicht hierbei präzise Vorhersagen, einschließlich potenziell gegenläufiger Präferenzen im Vergleich zu restringierten Umgebungen, in denen Sampling nicht möglich ist. Dies wird in drei Experimenten getestet.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug USA
Kooperationspartner Professor Dr. Piotr Winkielman
 
 

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