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Die gesamtwirtschaftlichen Effekte von Kurzarbeit: Firmen, Produktivität und langfristige Auswirkungen
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professorin Dr. Britta Gehrke; Dr. Nicolas Syrichas
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Wirtschaftstheorie
Wirtschaftstheorie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577695236
Kurzarbeit ist ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument in Deutschland und anderen OECD-Ländern, das vorübergehende Arbeitszeitverkürzungen subventioniert, um Beschäftigung während Abschwüngen zu erhalten. Während ihre kurzfristig stabilisierenden Effekte gut dokumentiert sind, ist wenig über ihre Auswirkungen auf den Strukturwandel und langfristige wirtschaftliche Ergebnisse bekannt. Dieses Projekt adressiert diese Forschungslücke, indem es die langfristigen Effekte von Kurzarbeit auf Arbeitskräftereallokation, Störungen der Teamstruktur und Kapitalakkumulation untersucht. Insgesamt werden drei separate, aber sich ergänzende Forschungsprojekte verfolgt: (i) die Quantifizierung des Zielkonflikts zwischen der Erhaltung von Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Matches und der Behinderung der Umverteilung zu produktiveren Unternehmen (ii) die Untersuchung, ob Kurzarbeit teambasierte Produktionsstrukturen aufrechterhält und fördert und damit Produktivitätsverluste durch Teamauflösung mindert (iii) die Analyse, wie Kurzarbeit die Investitionsentscheidungen von Unternehmen beeinflusst und Unternehmen dazu anregt den Produktionsfaktor Kapital mit Arbeit zu substituieren. Um diese Projekte zu realisieren, werden umfangreiche deutsche administrative Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Daten und Befragungen von Betrieben und Haushalten genutzt. Diese Daten werden deskriptiv und im Hinblick auf Kausalität analysiert. Die empirischen Befunde werden durch strukturelle allgemeine Gleichgewichtsmodelle ergänzt, die einen Fokus auf Unternehmen und deren Heterogenität legen. Wichtige Kanäle der Modelle werden Arbeitsplatzsuche während Beschäftigung, organisatorische Komplementaritäten und Teamstrukturen und Kapitalakkumulation sein. Die Ergebnisse werden in internationalen begutachteten Fachzeitschriften und als Policy briefs veröffentlicht werden. Ziel ist es robuste politikrelevante Empfehlungen zur Gestaltung von Kurzarbeitsprogrammen und deren langfristigen Effekten zu liefern werden.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Österreich
Kooperationspartner
Dr. Leopold Zessner-Spitzenberg
Mitverantwortlich
Dr. Christian Kagerl
